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Bayern will eigene Ethikkommission für PID einsetzen

Dienstag, 10. Juni 2014

München – Bayern plant eine eigenständige Ethikkommission zur Präimplantations­diagnostik (PID). Ein entsprechender Gesetzentwurf werde derzeit erarbeitet, teilte Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU) am Pfingstmontag in München mit. Die Kommission solle sich aus acht Mitgliedern zusammensetzen, die vom Gesundheits­ministerium für die Dauer von fünf Jahren bestellt werden. Dazu kämen stellvertretende Mitglieder mit entsprechender Qualifikation.

Vorgesehen sind Fachärzte aus den Bereichen Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Humangenetik, Kinder- und Jugendmedizin sowie Psychiatrie und Psychotherapie, wie es weiter heißt. Darüber hinaus Sachverständige der Fachrichtungen Ethik und Recht sowie ein Interessenvertreter behinderter Menschen.

Aufgabe der Ethikkommission werde es sein, über Anträge von Paaren zu entscheiden, die durch künstliche Befruchtung erzeugte Embryonen genetisch untersuchen lassen möchten, erläuterte Huml. Das Ja einer Ethikkommission eines anderen Bundeslands werde dagegen nicht anerkannt.

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In der vergangenen Woche hatte Baden-Württemberg entschieden, zusammen mit Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thüringen und dem Saarland eine gemeinsame Ethikkommission für die PID einzurichten. Die norddeutschen Bundesländer Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Brandenburg hatten bereits im Frühjahr einen solchen Schritt vollzogen. Im März wurde in Lübeck das erste deutsche PID-Zentrum zugelassen.

Die Geschäftsstelle der bayerischen Ethikkommission soll nach den Worten von Huml in ihrem Ministerium angesiedelt werden. Mit dieser Regelung will die Ministerin unabhängige Entscheidungen gewährleisten. „Da voraussichtlich gerade in Bayern mehrere PID-Zentren entstehen werden, rechnen wir mit einer erheblichen Anzahl von Anträgen zur Durchführung einer PID.“ Dies sei mit ein Grund, für die Entscheidung, im Freistaat eine eigenständige Ethikkommission einzurichten. So könne eine sorgfältige Prüfung jedes einzelnen Antrags garantiert werden.kna

© dpa/aerzteblatt.de

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