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Marseille-Kliniken AG nimmt Aktie von der Börse

Dienstag, 10. Juni 2014

Hamburg – Die Marseille-Kliniken AG nimmt ihre Aktie von der Börse und will ihren Aktionären eine eigene Handelsplattform einrichten. Das hätten Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mit. Als Begründung nannte Vorstand Dieter Wopen mangelnde Perspektiven an der Börse. Das sei verursacht durch wenig verlässliche und intransparente politische Rahmenbe­dingungen für die privaten Anbieter von stationären und ambulanten Pflegeleistungen. Die Aktien werden noch bis zum 11. August im Freiverkehr gehandelt.

Der Kurs der Marseille-Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 50 Prozent nachgegeben. Erst im vergangenen Jahr war das Unternehmen aus dem Geregelten Markt in den Freiverkehr gewechselt.

Mehrheitsaktionär mit rund 60 Prozent der Anteile ist die Familie von Ulrich Marseille, der selbst keine offizielle Funktion mehr in dem Unternehmen ausübt. Seine Ehefrau führt jedoch den Aufsichtsrat, nachdem der Manager Thomas Middelhoff diese Funktion niedergelegt hatte. Weiterer Großaktionär ist der Investor Carsten Maschmeyer. Der Streubesitz liegt bei rund 30 Prozent.

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Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) kritisierte den Schritt des Unternehmens. Ein Delisting ohne Beschluss der Haupt­ver­samm­lung und ohne das Angebot einer Barabfindung an die Aktionäre sei nach einem Urteil des Bundes­gerichtshofs vom vergangenen Jahr zwar rechtmäßig, sagte DSW-Sprecher Jürgen Kurz.

Eine private Handelsplattform als Ersatz für eine Börsennotierung sei jedoch völlig unreguliert und nicht überwacht. Damit lasse sich keine transparente Preisbildung herstellen. © dpa/aerzteblatt.de

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H.-D. Falkenberg
am Freitag, 13. Juni 2014, 11:00

Marseille Kliniken AG

Schade, denn entgegen der als Begründung angegebenen unzureichenden Perspektiven bietet der Pflegemarkt, insbesondere ambulant, aber auch stationär, weitreichende Chancen, aktuell und in der Zukunft. Kooperationen mit anderen Unternehmen sind noch nicht angebahnt. Hier tut sich insbesondere ein Markt für ambulante Einrichtungen auf, der zu einer Reduzierung der Belastung der Pflegeversichrung und der Sozialhilfe, aber auch zur Imagepflege beitragen kann.
LNS

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