NewsPolitikKrankenkassen vor Sparkurs wegen Zusatzbeiträgen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Krankenkassen vor Sparkurs wegen Zusatzbeiträgen

Dienstag, 10. Juni 2014

Berlin – Die gesetzlichen Krankenkassen werden nach Einschätzung der Bundes­regierung künftig kräftig die Kostenbremse treten, um hohe Zusatzbeiträge zu vermeiden. Die im Bundestag vor wenigen Tagen beschlossene Kassen-Finanzreform werde dazu führen, „dass die Krankenkassen effizient wirtschaften und eine qualitativ gute Versorgung anbieten müssen, um ihre Mitglieder zu halten“, heißt es in einer Antwort des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag.

„Die Zusatzbeiträge werden dadurch möglichst niedrig gehalten“, so die Regierung. Die Kassen würden zudem ihre Finanzreserven stärker einsetzen. Die Regierung werde auch darauf achten, dass die Ausgaben nicht in die Höhe schnellen. Ab 2015 können die Kassen vom Einkommen abhängige Zusatzbeiträge von ihren Mitgliedern verlangen.

Die Regierung wies auch darauf hin, dass die Aufsichtsbehörden finanzschwachen  Krankenkassen die Erhöhung ihrer Zusatzbeiträge notfalls vorschreiben können – für den Fall, dass die Kasse dies scheut, um keine Kunden zu vergraulen. Ob es zu stärkeren Wechselbewegungen zwischen Kassen oder Fusionen von Versicherungen kommt, sei nicht vorherzusagen. Wenn durch Fusionen aber Synergieeffekte entstünden, „werden diese von der Bundesregierung begrüßt“.

Anzeige

Sozialverbände, aber auch Vertreter des Gesundheitssektors warnen davor, dass Krankenkassen wegen des steigenden Spardrucks Leistungen einschränken könnten. Die gesetzlichen Krankenkassen selbst warnten vor einer reinen Kostendiskussion: „Niemand sollte die Diskussion auf ,möglichst billig‘ verkürzen, denn am Ende geht es um die richtige Versorgung kranker Menschen“, erklärte ein Sprecher des GKV-Spitzen­verbands. „Die Krankenkassen haben in der Vergangenheit sparsam gearbeitet und werden das auch in Zukunft tun.“

Die Grünen-Gesundheitspolitikerin Maria Klein-Schmeink kritisierte vor allem, dass die Bundesregierung eine prozentuale Belastungsgrenze für Geringverdiener für entbehrlich hält. Die Regierung begründet dies damit, dass die Zusatzbeiträge künftig prozentual vom Einkommen erhoben werden.

Die mitgliederstärkste Kasse Barmer GEK zeigte sich auf Anfrage zurückhaltend. „Eine verlässliche Prognose zum künftigen Beitragssatz ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich“, sagte eine Sprecherin. „Seriöse Aussagen wird es erst im Herbst geben können.“ Dann legt ein offizieller Schätzerkreis Ergebnisse vor. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

6. Dezember 2018
Frankfurt am Main – Zwischen den beiden größten Krankenkassen in Deutschland wird sich der Beitragsunterschied im kommenden Jahr wohl weiter erhöhen. Wie es bei der Barmer heute aus gut informierten
Zusatzbeiträge der größten Krankenkassen gehen weiter auseinander
6. Dezember 2018
Berlin – Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat kritisch auf die Forderung von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) reagiert, angesichts wachsender Finanzpolster der Krankenkassen die
DGB-Vorstand kritisiert Spahn-Vorstoß zu Krankenkassenreserven
23. November 2018
Berlin – Der Bundesrat hat heute zwei Reformen des Bundestags zur Gesundheitspolitik abgesegnet. Neben dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) winkte die Länderkammer das
Beitragsparität und Pflegeprogramm gebilligt, Wünsche zum Terminservicegesetz
26. Oktober 2018
Berlin – Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium hat den durchschnittlichen Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) um 0,1 Prozentpunkte gesenkt. Nach der heute im Bundesanzeiger
Durchschnittlicher Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung abgesenkt
11. Oktober 2018
Berlin – Der Schätzerkreis der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) – bestehend aus Experten des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), des Bundesversicherungsamtes und des GKV-Spitzenverbandes
Zusatzbeitrag soll leicht abgesenkt werden
10. Oktober 2018
Berlin – Die Pflegeversicherung wird ab Januar teurer. Das Bundeskabinett beschloss heute, die Beiträge um 0,5 Prozentpunkte auf 3,05 Prozent anzuheben. Für Kinderlose beträgt der Satz künftig 3,3
Bundeskabinett beschließt höhere Beiträge zur Pflegeversicherung
8. Oktober 2018
Berlin – Gesundheitsexperten haben heute das von der Bundesregierung vorgelegte Versichertenentlastungsgesetz in großen Teilen begrüßt. Sie sehen aber dennoch Korrekturbedarf, wie eine Anhörung im
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER