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Politik

Krankenhäuser weisen Abrechnungsvorwürfe zurück

Dienstag, 10. Juni 2014

Berlin – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat einen Vorwurf des GKV-Spitzen­verbands scharf zurückgewiesen, nachdem die Krankenkassen durch fehlerhafte Abrechnungen der Kliniken Schäden von 2,3 Milliarden Euro erlitten hätten. „Die Aussagen der Krankenkassen sind schlichtweg falsch. Wahr ist, dass von gezielten Falschabrechnungen der Krankenhäuser überhaupt keine Rede sein kann“, sagte der Hauptgeschäftsführer der DKG, Georg Baum.

Nach Informationen der Frankfurter Rundschau haben Stichproben des GKV-Spitzen­verbandes ergeben, dass 2012 in knapp 53 Prozent aller geprüften Krankenhaus-Abrechnungen Behandlungen aufgeführt waren, die nicht in dem behaupteten Umfang oder gar nicht erbracht wurden. Einen ähnlich hohen Fehleranteil habe der Spitzen­verband für das erste Halbjahr 2013 ermittelt. „Damit liegt die Quote im dritten Jahr in Folge über 50 Prozent“, berichtet die Zeitung. Würden die Krankenhäuser in Deutsch­land stets richtig abrechnen, könnte der Beitragssatz in der Kran­ken­ver­siche­rung laut den Kassen um 0,2 Punkte auf 15,3 Prozent sinken.

„Rund 70 Prozent der Prüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) stellen infrage, ob Patienten ins Krankenhaus hätten aufgenommen werden sollen beziehungsweise ob sie früher hätten entlassen werden können“, sagte Baum. Hier gehe es aber nicht um Abrechnungen, sondern der MDK stelle die von den Krankenhäusern geleistete medizinische Versorgung infrage.

„Hinsichtlich dieser Fälle kann es aufgrund der Systematik des DRG-Systems dazu kommen, dass medizinische Sachverhalte unterschiedlich beurteilt werden. Ein Betrugsvorwurf kann darin nicht gesehen werden“, betonte der DKG-Haupt­geschäftsführer. Richtig sei vielmehr, dass mehr als 95 Prozent der Klinikrechnungen letztlich unbeanstandet blieben.

Bei den von den Kassen genannten 2,3 Milliarden Euro handele es sich um das von Krankenkassen ausgelöste Prüfvolumen. Das tatsächliche Kürzungsvolumen belaufe sich auf weniger als die Hälfte. „Und dies auch nur, weil letztlich die Kliniken vielfach Rechnungskürzungen akzeptieren, da sie – von der überbordenden Flut von MDK-Prüfungen mürbe gemacht – kein Interesse an langwierigen Auseinandersetzungen mit den Krankenkassen haben“, so Baum.

Er forderte die Kassen auf, seriös und sozial verantwortlich arbeitende Kliniken nicht in unzulässiger Weise zu diskreditieren, sondern „zur sachlichen und gemeinsamen Aufarbeitung dort beizutragen, wo das komplizierte Abrechnungssystem Anlass zu unterschiedlichen Einschätzungen gibt“, so der DKG-Hauptgeschäftsführer. © hil/aerzteblatt.de

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