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Medizin

Friseurinnen haben krebserregende Substanzen im Blut

Dienstag, 10. Juni 2014

dpa

Lund – Obwohl einzelne Toluidine seit längerem als krebserregend eingestuft werden und ihr Einsatz in Kosmetika europaweit verboten ist, konnten schwedische Forscher die Chemikalien bei vielen Friseurinnen im Blut nachweisen. Sie fordern in Occupational and Environmental Medicine (2014; doi: 10.1136/oemed-2013-101960) schärfere Kontrollen.

Noch in den 1970er Jahren enthielten fast 90 Prozent aller Haarfärbemittel aromatische Amine, die sich im Ames-Test als krebserregend erwiesen hatten. Inzwischen sollten sie aus Haarfärbemitteln verschwunden sein. Außerhalb von Europa sind sie jedoch weit verbreitet. So wurden in der Türkei in einer Untersuchung 1547 mg/g O-Toluidin in Henna und anderen Haarfärbemitteln nachgewiesen. Für O-Toluidin ist eine krebserregende Wirkung nachgewiesen.

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Gabriella Johansson hat jetzt Blutproben von 295 Friseurinnen, 32 regelmäßigen Anwenderinnen von Haarfärbemitteln und 60 Kontrollpersonen untersucht, die sich in den letzten 12 Monaten die Haare nicht hatten färben lassen. Sie bestimmten die Konzentration von acht potenziellen Karzinogenen in den Erythrozyten. Als Addukte sind die Stoffe über die gesamte Lebenszeit der roten Blutzellen von etwa 120 Tagen nachweisbar. Obwohl die Chemikalien im Blut nicht vorhanden sein sollten, wurden Konzentrationen bis zu 200 pg/g gefunden.

Johansson konnte O-Toluidin und M-Toluidin im Blut vieler Friseurinnen nachweisen. Ihre Konzentration stieg nicht nur mit der Anzahl der Haarfärbungen, es bestand über­raschen­derweise auch eine Assoziation mit Dauerwellen. Die Forscher konnten daraufhin in mehreren für Dauerwellen verwendeten Mitteln die beiden Chemikalien nachweisen.

Für die Kundinnen waren die Assoziationen nicht eindeutig. Frühere Untersuchungen hatten die Anwendung von Haarfärbemitteln vor allem mit Blasenkrebs in Verbindung gebracht, aber auch Non-Hodgkin-Lymphome und Leukämien werden als Folge diskutiert. © rme/aerzteblatt.de

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