NewsMedizinBiomarker erleichtern Mesotheliom-Diagnose
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Biomarker erleichtern Mesotheliom-Diagnose

Mittwoch, 11. Juni 2014

Kopenhagen – Die Diagnose von malignen Mesotheliomen könnte künftig durch die Analyse von vier verschiedenen Biomarkern leichter werden. In The Journal of Molecular Diagnostics berichten Eric Santoni-Rugiu und seine Arbeitsgruppe vom Rigshospitalet (Copenhagen University Hospital) über entsprechende Ergebnisse (http://dx.doi.org/10.1016/j.jmoldx.2014.03.002).

Maligne pleurale Mesotheliome sind eine typische Folgeerkrankung einer Asbest­exposition. Differenzialdiagnostisch sind sie von den reaktiven nicht-malignen Pleura­proliferationen zu unterscheiden. Diese können beispielsweise nach Entzündungen oder einem Pneumothorax auftreten.

Selbst nach Biopsie der malignomverdächtigen Herde und mikroskopischer Beurteilung gelingt eine Unterscheidung zwischen Karzinom und benigner Läsion nicht immer. Bio­marker innerhalb des Tumorgewebes könnten daher wichtige Unterscheidungshinweise liefern.

Anzeige

Die Forscher beurteilten für ihre Untersuchung 40 gesicherte Karzinomproben und 14 nicht-kanzeröse Pleuraproben der selben Patienten. Weitere zwölf präoperative Proben unbekannter Dignität und fünf gesicherte benigne Pleuraproliferate konnten sie zusätz­lich untersuchen.

742 verschiedene microRNAs isolierten die Forscher aus dem Tumormaterial. Die vier miRNAs miR-126, miR-143, miR-145 und miR-652 konnten sie als vielversprechende Kandidaten für eine weitere Analyse identifizieren. Die Expression dieser vier Moleküle war in den Tumorproben gegenüber dem gesunden Gewebe deutlich herunter reguliert. Die Dignität der Proben konnten die Wissenschaftler durch die Biomarker mit einer Sensitivität von 95 Prozent, einer Spezifität von 93 Prozent und einer Gesamtgenauigkeit von 94 Prozent bestimmen.

Die Wissenschaftler hoffen mit den Biomarkern, die Differenzialdiagnostik von Pleura­veränderungen zu erleichtern. Die von der International Mesothelioma Interest Group geforderte Sensitivität und Spezifität eines Biomarkes von mindestens 80 Prozent würde jedenfalls erreicht. Eventuell könnten immunhistochemische Methoden die Genauigkeit der Marker weiter verbessern, meinen die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. September 2020
Lugano/Köln – Die Versorgung von Krebspatienten ist weltweit während der SARS-CoV-2-Pandemie deutlich reduziert worden. Waren in der ersten COVID-19-Erkrankungswelle in den meisten westlichen Ländern
Weniger Operationen, weniger Bestrahlungen, weniger systemische Therapie
18. September 2020
Göttingen – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert eine neue Klinische Forschungsgruppe (KFO) an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) für vier Jahre mit rund 5,9 Millionen Euro. Ziel der
Millionenförderung für Göttinger Wissenschaftler zur Erforschung des Pankreaskarzinoms
8. September 2020
Berlin – Die Krebsregister müssen seitens der Politik stärker finanziell gefördert werden. Diesen Appell formulierte Thomas Seufferlein, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, heute im Rahmen
Krebsgesellschaft mahnt stärkere Unterstützung für Register an
8. September 2020
Leipzig – Bauchchirurgen am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) setzen Modelle aus dem 3D-Drucker ein, um komplexe Operationen zu planen. Das hat die Uniklinik Leipzig mitgeteilt. „Das kleine Becken
Leipzig: Modelle aus dem 3D-Drucker helfen bei schwierigen Tumoroperationen
2. September 2020
Berlin – Therapienotwendige Biomarkeruntersuchungen im Krankenhausbereich sollten regelhaft erstattet werden. Dafür haben sich heute mehrere Fachgesellschaften ausgesprochen. Unter Federführung der
Erstattung therapienotwendiger Biomarkeruntersuchungen im Krankenhausbereich gefordert
5. August 2020
Brüssel – Gemeinsam mit Experten verschiedener Disziplinen hat die European Academy of Cancer Sciences (EACS) einen Maßnahmenkatalog zur Krebsbekämpfung entwickelt. Ihren Aktionsplan stellten die
Experten stellen europäischen Aktionsplan zur Krebsbekämpfung vor
3. August 2020
Hamburg – Nur knapp jeder fünfte gesetzlich Krankenversicherte geht während eines Jahres zum Hautkrebsscreening. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK).
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER