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Klinische Forschung an den Universitätsklinika unter Druck

Mittwoch, 11. Juni 2014

dpa

Berlin – Die Rahmenbedingungen für die klinische Forschung in der Hochschulmedizin in Deutschland müssen deutlich besser werden. Im Augenblick erhalten die Universitäts­kliniken für zwei zentrale Arbeitsbereiche zu wenig Geld: für die Krankenversorgung und für die sogenannte Grundfinanzierung. Das kritisiert die Deutsche Forschungs­gemeinschaft. Dessen Ständige Senatskommission für Grundsatzfragen in der Klinischen Forschung (SGKF) hat dazu eine Stellungnahme erarbeitet.

Auch laut dem Verband der Universitätsklinika gerät die Hochschulmedizin in der Patientenversorgung zunehmend unter Druck. Die betriebswirtschaftlich bedingte Aufgabenverdichtung in der Krankenversorgung lasse Ärzten immer weniger Freiraum für klinische Forschung und eine vertiefte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Krankheiten und ihren unterschiedlichen Verläufen. „Die DFG beschreibt zutreffend die Nöte der Universitätsmedizin. Wir begrüßen daher ihre Forderung nach einem Systemzuschlag zur Sicherung der Hochschulmedizin in Deutschland“, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Michael Albrecht.

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Die Grundfinanzierung der Uniklinika ist laut DFG und Verband der Universitätsklinika immer schlechter geworden, seit sich der Bund mit der Föderalismusreform aus der Finanzierung zurückgezogen habe. Aufgrund leerer Länderkassen fehle Geld für dringend notwendige Investitionen. Gleichzeitig stagnierten die Landeszuschüsse für Forschung und Lehre. Der Bund konzentriere sich auf die Förderung der außer­universitären Forschung in den Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung.

Den wissenschaftlich-ärztlichen Nachwuchs fördern
Die DFG formuliert in ihrer Stellungnahme daher vier Hauptforderungen: Aus ihrer Sicht muss das zeitliche Kontingent, in dem Ärzte in der Forschung aktiv sein können, gesichert und ausgebaut werden. Besonders wichtig sei, den wissenschaftlich-ärztlichen Nachwuchs zu fördern. Dies beinhalte auch die Anerkennung von Forschungszeiten für die Facharztausbildung durch die Lan­des­ärz­te­kam­mern. Deutlich ausgebaut und verbessert werden sollte auch die universitäre Forschungsinfrastruktur. Zur Förderung der erkenntnisgeleiteten, programmunabhängigen klinischen Forschung fordert die Kommission für die Zukunft genügend finanzielle Mittel. Schließlich spricht sich die DFG-Senatskommission für die Einführung eines Systemzuschlags für klinische Leistungen in der Universitätsmedizin aus.  

Länder müssen jetzt frei werdende Mittel konkret für die klinische Forschung einsetzen
„Die Einigung des Bundes und der Länder zur Bildungs- und Wissenschaftsfinanzierung gehen dabei in die richtige Richtung“, erläuterte ein Sprecher der DFG gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Allerdings müssten die Länder die nach der Regelung frei werdenden Mittel nun tatsächlich für den Bildungsbereich und hier konkret für die klinische Forschung einsetzen. Auch die vereinbarte Änderung des Paragraphen 91b des Grundgesetzes sei sinnvoll, aber noch nicht umgesetzt.

Die Einigung zwischen Bund und Ländern klärt die Verwendung der im Koalitionsvertrag zugesicherten zusätzlichen neun Milliarden Euro für Kitas, Bildung, Forschung und Hochschulen. Der Bund übernimmt ab Januar nächsten Jahres die Finanzierung des BAföG vollständig. Die Länder haben sich verpflichtet, die dadurch jährlich freiwer­denden rund 1,17 Milliarden Euro für Hochschulen und Schulen zur Verfügung zu stellen. Die Grundgesetzänderung soll dem Bund darüber hinaus die Möglichkeit zu geben, sich dauerhaft für Forschung und Lehre an Hochschulen zu engagieren. © hil/aerzteblatt.de

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