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Medizin

Parkinson: L-Dopa erhält Mobilität am besten

Mittwoch, 11. Juni 2014

Oxford – Entgegen einer weit verbreiteten „L-Dopa-Phobie“ ist das älteste Medikament zur Behandlung des Morbus Parkinson noch immer das wirksamste. Die Initialtherapie mit L-Dopa war in der bisher größten Vergleichsstudie zur Behandlung des Morbus Parkin­son im Lancet 2014; doi: 10.1016/S0140-6736(14)60683-8) auch langfristig zwei „L-DOPA-sparenden“ Alternativen, wenn auch nur leicht überlegen.

Das in den 1960er Jahren eingeführte L-DOPA kann die motorischen Symptome der Parkinson-Erkrankung von heute auf morgen beseitigen. Diese geradezu mirakulöse Wirkung lässt allerdings mit der Zeit nach. Schließlich kommt es zu Dyskinesien und Fluktuationen der Wirkung, was zur Suche nach alternativen „L-Dopa“-sparenden Therapien geführt hat.

Die eingesetzten Dopamin-Agonisten und MAO-B-Hemmer führen seltener zu moto­rischen Komplikationen. Sie werden deshalb vor allem bei jüngeren Patienten bevorzugt, die nicht selten eine Therapie mit dem Standardmedikament vehement ablehnen („L-Dopa-Phobie“). Dopamin-Agonisten haben jedoch häufig nicht-motorische Nebenwirkungen, zu denen neben Nausea und Ödemen auch Halluzinationen und gelegentlich skurrile Impulskontrollstörungen (Spielsucht, Kaufrausch, Hypersexualität) gehören. Zum langfristigen Einsatz von MAO-B-Hemmern gibt es Sicherheitsbedenken, seit die Kombination von L-Dopa mit Selegilin in einer Studie zu einem Anstieg der Mortalität geführt hat.

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Der britische „PD MED Trial“ hat erstmals an einer größeren Anzahl von Patienten die Standardbehandlung mit zwei L-Dopa-sparenden Alternativen verglichen. An der Studie nahmen 1.620 Patienten teil, bei denen ein Morbus Parkinson neu diagnostiziert worden war. Sie wurden ab 2000 auf drei Gruppen randomisiert, in denen die Therapie mit L-Dopa, einem Dopaminagonisten oder mit einem MAO-B-Hemmer begonnen wurde. Die Auswahl des Dopaminagonisten und des MAO-B-Hemmers wurden den Therapeuten überlassen. Primärer Endpunkt war der funktionelle Status des Patienten auf der Mobilitäts-Subskala des Fragebogens PDQ-39 zum Morbus Parkinson. Ein weiterer Fragebogen untersuchte die Lebensqualität der Patienten.

In den ersten drei Jahren kam es aufgrund der stärkeren Wirksamkeit zu den erwarteten Vorteilen im L-Dopa-Arm. Der PDQ-39 Mobilitäts-Score war um 1,8 Punkte besser als unter den beiden L-Dopa-sparenden Behandlungen. Überraschenderweise waren die Vorteile auch nach sieben Jahren noch nachweisbar, obwohl es inzwischen im L-Dopa-Arm zu 52 Prozent häufiger zu Dyskinesien gekommen war (während es bei den Fluktuationen keine signifikanten Unterschiede gab). Auch die Lebensqualität war im L-Dopa-Arm etwas besser.

Auch wenn die Unterschiede insgesamt gering waren – klinisch bedeutsam wäre erst ein Vorteil von sechs Punkten im PDQ-39 Mobilitäts-Score gewesen – sprechen die Ergebnisse nach Ansicht von Studienleiter Richard Gray von der Universität Oxford doch dafür, dass bei den meisten Patienten L-Dopa die beste Wahl für den Therapiebeginn ist. Aufgrund der deutlich niedrigeren Medikamentenkosten dürfte es auch die kosteneffektivste Strategie sein. Die Autoren wollen hierzu demnächst Berechnungen vorliegen. © rme/aerzteblatt.de

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