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Medizin

Psoriasis: Antikörper lindert Gelenkbeschwerden

Donnerstag, 12. Juni 2014

Seattle – Der Antikörper Brodalumab, der in einer früheren Studie bereits die Hautlä­sionen der Psoriasis deutlich gebessert hat, zeigte jetzt in einer Phase II-Studie auch eine Wirkung bei der psoriatrischen Arthritis. Die Ergebnisse wurden auf der Jahres­tagung der European League Against Rheumatism vorgestellt und im New England Journal of Medicine (2014; 370: 2295-2306) publiziert.

Bei etwa 30 Prozent der Patienten mit Psoriasis kommt es zu einer Beteiligung der Gelenke. Die psoriatrische Arthritis vermindert die Lebensqualität und spricht häufig auch nicht auf eine Therapie mit TNF-Hemmern an. Die Erkenntnis, dass Interleukin 17 an den entzündlichen Reaktionen der Psoriasis beteiligt ist, hat mehrere Firmen veranlasst, monoklonale Antikörper zu entwickeln.

Während Secukinumab und Ixekizumab direkt am Antikörper binden, blockiert Broda­lumab den Rezeptor von Interleukin 17. Da der Rezeptor die Signale mehrerer Zytokine weiterleitet, könnte Brodalumab eine breitere Wirkung haben als seine Konkurrenten. Ob dies klinisch von Bedeutung ist, müssen zukünftige Studien zeigen.

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Zu Brodalumab liegen jetzt die Ergebnisse einer Phase II-Studie vor, in der in erster Linie die geeignete Dosis gesucht wird. Die 168 Teilnehmer der Studie erhielten subkutan 140 mg oder 280 mg Brodalumab (zunächst wöchentlich, dann alle zwei Wochen, insgesamt 7 Dosierungen) oder Placebo. Eine Begleittherapie mit Steroiden oder Methotrexat war während der gesamten Studienphase erlaubt.

Wie Philip Mease vom Swedish Medical Center in Seattle berichtet, kam es unter beiden Dosierungen signifikant häufiger zu einer Besserung der Gelenkbeschwerden um 20 und 50 Prozent (ACR 20 und ACR 50). Die ACR 20-Rate betrug 37 Prozent unter der niedrigen beziehungsweise 39 Prozent unter der höheren Dosierung gegenüber 18 Prozent im Placebo-Arm. Eine ACR50 wurde bei 14 Prozent (beide Dosierungen) gegenüber 4 Prozent unter Placebo erzielt. Die ACR 70-Raten unterschieden sich nicht signifikant.

Nach dem Ende der Studie konnten die Patienten die Behandlung mit 280 mg Broda­lumab alle zwei Wochen fortsetzen. Die ACR 20 konnte bis zur Woche 24 leicht verbessert werden und blieb danach konstant. Ernste Sicherheitsrisiken wurden bisher nicht beobachtet. Es kam zu keiner Neutropenie und auch nicht zu vermehrten opportunistischen Infektionen, mit denen bei einem Eingriff in das Immunsystem gerechnet werden muss.

Der Hersteller hat bereits mit zwei Phase III-Studien begonnen. Ihr Ausgang wird darüber entscheiden, ob Brodalumab in die Therapie der Psoriasis eingeführt werden kann. Der Hersteller prüft außerdem die Wirksamkeit von Brodalumab beim Asthma. Bei der Rheumatoiden Arthritis und beim Morbus Crohn scheint der Antikörper nicht zu wirken. © rme/aerzteblatt.de

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