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Medizin

Fußball auch für 70-Jährige gesund

Donnerstag, 12. Juni 2014

dpa

Kopenhagen – Aufgrund des Verletzungsrisikos raten die meisten Ärzte Senioren vom aktiven Fußballspielen ab. In den Vereinen werden „Alte Herren“ weit vor dem Rentenalter aussortiert. Dänische Sportmediziner betrachten Fußball dagegen als hoch-intensives Intervalltraining, das in einer Studie im Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports (2014; doi: 10.1111/sms.12245) bei Senioren neben dem Kreislauf auch die Knochen stärkte.

Männer, die ihr Leben lang Fußball spielen, haben im Alter von 70 Jahren den Gleichge­wichtssinn und die Muskelbeweglichkeit von 30-jährigen untrainierten Männern, behaup­tet Peter Krustrup vom Zentrum für Mannschaftsport und Gesundheit (Center for Holdspil og Sundhed) an der Universität Kopenhagen, der bislang nur sportlich fitte Menschen bis ins Alter begleitet hat.

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Für seine aktive Studie wählte der Sportwissenschaftler bewusst 37 untrainierte Men­schen im Alter zwischen 63 und 75 Jahren aus, die auf drei Gruppen verteilt wurden. In einer Gruppe trafen sich die Teilnehmer wöchentlich für eine Stunde zum Kicken, die zweite Gruppe ging derweil zum Krafttraining in ein Fitnessstudio, während die Teilnehmer der dritten Gruppe zu Hause blieben.

Nach einem Jahr wurden die Teilnehmer untersucht. In der Fußballgruppe hatten sich Lungenfunktion (VO2max plus 15 Prozent), Ausdauer (time to exhaustion plus 7 Prozent), vor allem aber die Laufleistung (Yo-Yo Intermittent Endurance Level 1 plus 43 Prozent) gebessert, während das Krafttraining keine Auswirkungen zeigte. Nach einem Jahr Fußball hatte sich die Herzfrequenz beim Gehen um 12 Prozent vermindert. Der Laktatwert nach dem Jogging war um 30 Prozent gesunken. Im Sit-to-Stand-Test konnte die Leistung um 29 Prozent gesteigert werden (Hier kam es auch nach dem Krafttraining zu einer Verbesserung).

Dank des Fußballspielens würden die Senioren jetzt auch Alltagsaktivitäten wie Treppensteigen, Einkaufen, Radfahren und Gartenarbeiten besser meistern, berichtet Krustrup. Davon würden nicht zuletzt auch die Angehörigen profitieren.

Die schnellen Läufe, Stops, Drehungen, Dribblings, Pässe und Schüsse hatten bei den Senioren nicht nur die Muskeln trainiert, sondern auch die Knochen gestärkt. Die Messungen hätten schon nach drei Monaten einen Anstieg der Knochenmineralisation im Femur und im Femurhals ergeben, schreibt Krustrup. In den folgenden Monaten sei es dann noch um eine Steigerung um 3 Prozent gekommen. © rme/aerzteblatt.de

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