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Kinderärzte: Umweltbelastungen der Kinder beachten

Montag, 16. Juni 2014

Berlin – „Für alle, die über Umweltbelastungen für unsere Kinder nachdenken und aus Erkenntnissen praktische Konsequenzen ziehen wollen, ist Faktenwissen unverzichtbar. Es sollte möglichst umfassend und richtig sein, frei von politischen, ideologischen, paramedizinischen und kommerziellen Einflüssen.“

Mit diesen Worten hat Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (bvkj), am 13. Juni auf den beginnenden 44. Kinder- und Jugend­ärztetag in Berlin zum Thema „Umweltmedizin“ hingewiesen und zugleich auf eine neue umfassende Broschüre des Verbands zum Thema. Erörtert wurden beim Kongress wie in der Broschüre die Belastungen unter anderem durch Feinstaub, Lärm, Mobilfunk, Rauchen und Sonnenstrahlung.

Keine Impfpflicht, kein Präventionsgesetz zum Januar 2015
Hartmann forderte zugleich ein nationales Impfkonzept, auch um die Masern in Deutschland auszurotten. Die Bundesregierung habe sich gegenüber der Weltgesund­heitsorganisation verpflichtet, dies bis 2015 zu bewerkstelligen, erinnerte er. Der bvkj setzt sich dafür ein, bei durch Impfungen vermeidbaren Erkrankungen eine Durch­impfungsrate von 95 Prozent der Bevölkerung zu erzielen. Eine allgemeine Impfpflicht von Kindern sei aber nicht durchzusetzen, so Hartmann. Darin hat den bvkj-Präsidenten ein gerade geführtes Gespräch mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bestätigt. Deswegen verlangt er, dass Kinder nur einen Platz in staatlich finanzierten oder mitfinanzierten Einrichtungen bekommen sollen, wenn sie ausreichend geimpft sind.

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Gröhe hat nach Hartmanns Darstellung in dem Gespräch auch klargestellt, dass ein Präventionsgesetz nicht schon zum 1. Januar 2015 in Kraft treten könne, sondern bis zum nächsten Jahr lediglich auf den Weg gebracht werde. Auf einen neuen Termin habe er sich nicht festlegen wollen.

Folgen des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung  für Kinder
Klaus Keller, wissenschaftlicher Leiter des Kongresses, wies darauf hin, dass es zum Thema Umweltmedizin einerseits Erfreuliches zu berichten gebe: „So ist die Schadstoff­belastung der Muttermilch in unseren Breiten über die letzten Jahrzehnte rückläufig.“ Andererseits gebe es eine Vielzahl von Belastungen, die Kinderärzte besorgten, beispielsweise die hohe Nikotinexposition mancher Kinder durch rauchende Eltern.

„Wir wissen, dass Kinder altersabhängig empfindlicher als Erwachsene auf schädliche Umwelteinflüsse reagieren“, betonte Keller. „Beispiele sind die relativ dünne Haut und große Körperoberfläche junger Kinder und die Gefahren der UV-Strahlung oder die Nikotinexposition.“  Auch das Suchtpotenzial von E-Zigaretten werde beim Kongress beleuchtet.

Kritisch äußerte sich der Pädiater zum Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung und seinen Folgen für Kinder. Dies sei ein möglicherweise unterschätztes Risiko, sagte er. Unerwünschte Antibiotikaexpositionen könnten Einfluss auf die kindliche Darmflora nehmen, deren Bedeutung für die Entwicklung von Allergien oder entzündlichen Darmerkrankungen zunehmend diskutiert werde. © Rie/aerzteblatt.de

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