Politik

Wegen „Transplantations­kandal“ in Göttingen vom Dienst enthobener Professor zieht Klage gegen Arbeitsverbot zurück

Montag, 16. Juni 2014

Göttingen – Der ehemalige Leiter der Klinik für Gastroenterologie und Endokrinologie an der Universitätsklinik Göttingen darf weiterhin seine Dienstgeschäfte nicht führen. Eine Klage gegen das Arbeitsverbot vor dem Verwaltungsgericht Göttingen hat er selbst zurückgezogen, aus unbekannten Gründen, wie ein Sprecher der UMG dem Deutschen Ärzteblatt mitteilte.

Das Verbot war im Juli 2012 vom Klinikum ausgesprochen worden, nachdem schwere Verstöße gegen Richtlinien zur Organtransplantation am UMG bekannt geworden waren und der Verdacht auf Manipulation der Warteliste bestand. Gegen einen ehemaligen Lebertransplantationschirurgen der UMG, mit dem der Gastroenterologe bei Fragen der Indikation zur Lebertransplantation und bei der Betreuung von Patienten eng zusammengearbeitet hat, läuft derzeit noch ein Strafverfahren vor dem Landgericht Göttingen wegen versuchten Totschlags und Körperverletzung mit Todesfolge.

Anzeige

Mit dem Leiter der Gastroenterologie hatte der Angeklagte zusammengearbeitet, nach Aussagen mehrerer, als Zeugen vor Gericht geladener UMG-Mitarbeiter war diese Zusammenarbeit gut. Zum Teil wurde der Gastroenterologe vor Gericht von Zeugen in dem Sinne belastet, dass aus seine Veranlassung Patientendaten manipuliert wurden mit dem Ziel, dass eigene Patienten bei der Zuteilung von Lebern bevorzugt würden.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig, die gegen den Chirurgen Anklage erhoben hat, ermittelt auch gegen den außer Dienst befindlichen Gastroenterologen. Ob Anklage erhoben wird, dürfte vermutlich vom Ausgang des Verfahrens abhängen.

„Das Verbot zum Führen der Dienstgeschäfte bestehen“, sagte UMG-Sprecher Stefan Weller, denn noch sei der Sachverhalt nicht ausreichend geklärt. Ein Disziplinarverfahren sei bislang nicht eingeleitet worden. © nsi/dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

17.02.17
Frankfurt/Main – Der selbsternannte Krebsheiler Ryke Geerd Hamer will in Deutschland wieder als Arzt zugelassen werden. Das Verwaltungsgericht Frankfurt am Main lehnte es jedoch ab, ihm seine......
16.02.17
Brustimplantat­skandal: EuGH lässt Schmerzensgeldfrage offen
Luxemburg – Im Skandal um minderwertige Brustimplantate müssen betroffene Frauen weiter um Schmerzensgeldzahlungen bangen. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) widersprach heute in weiten......
14.02.17
Bad Oeynhausen – Das Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, verzeichnet einen leichten Zuwachs von Herztransplantationen von 75 im Jahr 2015 auf 82 im vergangenen Jahr.......
14.02.17
Karlsruhe – Im Streit um Schadenersatz für mangelhafte Silikon-Brustimplantate des französischen Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) will der Europäische Gerichtshof (EuGH) am kommenden Donnerstag......
13.02.17
Augsburg – Wegen Ausstellens falscher Atteste ist ein 48 Jahre alter Mediziner vom Amtsgericht Augsburg zu einer Geldstrafe von 3.000 Euro verurteilt worden (Az. 19 Cf 306 Jf 108 328/16). Der Anklage......
10.02.17
Ansbach – Ein Arzt im bayerischen Feuchtwangen soll drei Patientinnen mehr als drei Jahre lang sexuell missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft ermittle in 107 Fällen, berichtete ein Sprecher der......
08.02.17
Bamberg – Ein suspendierter Chefarzt einer Bamberger Klinik, gegen den wegen des Verdachts der Vergewaltigung ermittelt wird, kommt gegen Zahlung einer Kaution auf freien Fuß. Derzeit befinde er sich......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige