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Ausland

Medtronic will Covidien kaufen

Montag, 16. Juni 2014

Washington – In der Gesundheitsbranche steht eine milliardenschwere Übernahme bevor. Der US-Medizintechnikkonzern Medtronic – nach eigenen Angaben der größte der Welt – will seinen in Irland ansässigen Konkurrenten Covidien für 42,9 Milliarden Dollar (knapp 32 Milliarden Euro) kaufen, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Das neue Gemeinschaftsunternehmen werde seinen Sitz in Irland haben. Dort beträgt die Unternehmensteuer nur 12,5 Prozent – in den USA sind es 35 Prozent. Die Übernahme muss noch von den Kartellbehörden genehmigt werden.

Medtronic stellt unter anderem Herzklappen und Herzschrittmacher, Insulinpumpen und künstliche Bandscheiben her. Covidien – vor dem Umzug nach Dublin ebenfalls eine US-Firma – produziert unter anderem Klammernähte und Geräte für die Chirurgie und für die Intensiv- und Notfallmedizin.

Medtronic will die knapp 43 Milliarden Dollar für Covidien in bar und in Aktien zahlen. Es entstünde ein Riesenkonzern mit 87.000 Mitarbeitern, tätig in rund 150 Ländern weltweit. „Mit dieser Übernahme kann Medtronic mehr Patienten auf mehr Arten und in mehr Orten erreichen“, erklärte Unternehmenschef Omar Ishrak. Covidien-Chef José Almeida hob den „sofortigen Mehrwert“ für die Aktionäre hervor.

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Medtronic würde mit der Übernahme und der Verlegung des Hauptsitzes von Minneapolis nach Irland aber vor allem seine Steuerlast reduzieren. Der US-Pharmagigant Pfizer hatte vor kurzem vor allem aus diesem Grund den britischen Konkurrenten AstraZeneca schlucken wollen – doch die Briten lehnten ein Gebot in Höhe von 117 Milliarden Dollar ab.

In den USA werden die Steuervermeidungsstrategien der Firmen scharf kritisiert.  Im vergangenen Jahr etwa veröffentlichte der US-Senat einen Bericht, wonach der Computerkonzern Apple ein komplexes Geflecht an Auslandsfirmen nutze, um Steuern zu vermeiden. Unternehmenschef Tim Cook wies die Vorwürfe in einer Anhörung vor dem Senat zurück.

Medtronic betonte am Montag seine Verbundenheit mit der Heimat: Der Konzern werde in den kommenden zehn Jahren in den USA zehn Milliarden Dollar investieren, versprach das Unternehmen. Die Medizintechnik sei wichtig für die US-Wirtschaft, „wir werden im Land auch weiterhin investieren, erneuern und gut bezahlte Arbeitsplätze schaffen“. © dpa/aerzteblatt.de

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