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Politik

Krankenkassen-Minus löst Debatte über Kostenreduzierung aus

Montag, 16. Juni 2014

Berlin – Die schlechtere Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen hat eine Debatte über Einsparmöglichkeiten bei den Kliniken ausgelöst. Der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem weist auf Überkapazitäten hin: „Obwohl in den letzten 20 Jahren 150 000 Betten abgebaut worden sind, haben wir jetzt eine Auslastung von lediglich 75 Prozent”, sagte der Wissenschaftler von der Universität Duisburg-Essen der Passauer Neuen Presse vom Samstag. Dies sei teuer.

„Und da lassen sich sicherlich erhebliche Einsparungen vornehmen." Die größten gesetzlichen Krankenkassen haben in den ersten drei Monaten 2014 erstmals seit Jahren wieder ein Minus eingefahren. Die Ersatzkassen verbuchten insgesamt Verluste von 317 Millionen Euro, wie ihr Verband vdek am Freitag mitteilte. Zugleich verfügt die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung aber über ein Polster von rund 30 Milliarden Euro.

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SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach warnt vor zu starken Einsparungen bei den Krankenhäusern. „Die Kliniken dürfen nicht zur Sparbüchse werden”, sagte Lauterbach der Münsterschen Zeitung vom Samstag. Zwar seien bei Krankenhausbetten und Operationen Einsparungen möglich und notwendig. Aber es müsse in den Kliniken auch mehr Pflegepersonal geben und eine insgesamt bessere Vergütung.

Der SPD-Politiker setzt darauf, dass die beschlossene Finanzreform zu mehr Wettbewerb zwischen den Kassen und damit zu einer Begrenzung der Kosten führt: „Die Kassen haben ab 2015 einen echten Anreiz zu sparen, weil sie sonst ihren Beitragssatz erhöhen müssen.”

Eine Qualitätsoffensive fordert die Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG). Der Staat müsse klare gesetzliche Standards für die stationäre Behandlung setzen und deren Finanzierung ermöglichen. „Patientinnen und Patienten müssen auch künftig darauf vertrauen können, dass in Krankenhäusern und Kliniken die hohen Standards von Hygiene, Medizintechnik und Personalausstattung eingehalten werden”, erklärte die ASG. © dpa/aerzteblatt.de

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