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Mutter-Kind-Kliniken verzeichnen mehr psychische Erkrankungen

Dienstag, 17. Juni 2014

Berlin – Das Müttergenesungswerk (MGW) verzeichnet einen deutlichen Anstieg von psychischen Erkrankungen bei Müttern. Wie das MGW am Dienstag in Berlin mitteilte, stieg der Anteil der an Kuren teilnehmenden Mütter, die an Erschöpfungszuständen, Angst- oder Schlafstörungen litten, 2013 im Vergleich zum Vorjahr von 49 auf 86 Prozent. Als Grund nannte die SPD-Bundestagsabgeordnete und MGW-Kuratoriums-Vorsitzende Dagmar Ziegler steigende gesellschaftliche Belastungen.

Als größte Gesundheitsrisiken für Mütter gelten demnach eine unsichere Berufs­biografie, Armut und ungleiche Arbeitsteilung in der Familie. „Die Familienstrukturen sind in einem Wandel, der Mütter zunehmend belastet und krank machen kann“, sagte Ziegler.

Viele Mütter wollten dem hohen Erwartungsdruck aber gerecht werden und suchten erst Hilfe, wenn sie bereits erkrankt seien, so die Einschätzung von MGW-Geschäftsführerin Anne Schilling. In Kurmaßnahmen gäben sie ständigen Zeitdruck, berufliche Anforderung und mangelnde Anerkennung als stärkste Belastungsfaktoren an. Als häufigste gesundheitliche Probleme würden Rückenbeschwerden, starke Erschöpfung und Gereiztheit genannt.

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Im vergangenen Jahr nahmen laut Jahresbericht 49.000 Mütter mit 71.000 Kindern eine Kurmaßnahme in Anspruch, 2011 waren den Angaben nach 39.000 Frauen. Die Ablehnungsquote der Krankenkassen lag 2013 bei 14 Prozent – laut MGW so niedrig wie in den vergangenen zehn Jahren nicht. 2011 lehnten die Krankenkassen noch 35 Prozent aller Anträge auf Mutter-Kind-Kuren ab.

Bei Vater-Kind-Kuren erwartet das MGW einen Anstieg der Teilnehmer: Im vergangenen Jahr nahmen 1.150 Männer eine Vater-Kind-Kur in Anspruch. © kna/aerzteblatt.de

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