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Ärzteschaft

KBV kritisiert Kassen-Blockade bei der Telematik

Dienstag, 17. Juni 2014

Berlin – Eine Blockadehaltung bei der elektronischen Gesundheitskarte (eGk) und der Telematik-Infrastruktur wirft die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) den Kranken­kassen vor. „Die Telematik-Infrastruktur muss Patienten und Ärzten dienen. Wir brauchen Nutzanwendungen. Nur so wird die Technik von Niedergelassenen und Versicherten akzeptiert werden“, sagte der Vorstandsvorsitzende der KBV, Andreas Gassen, heute in Berlin.

Dem Spitzenverband der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung warf er „Borniertheit“ vor. „Er hat sein Engagement vollkommen fokussiert auf die Einführung der Anwendung Versichertenstammdatenmanagement. Dabei handelt es sich um eine reine Verwal­tungsanwendung, mit der weder ein positiver Effekt auf die Qualität der Versorgung einhergeht, noch messbare Einsparungen zu verzeichnen sein werden“, kritisierte der KBV-Chef.

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Bereits vergangenen Monat hatten die Bundes­ärzte­kammer, die KBV, der Deutsche Apothekerverband, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und andere sich in einem Offenen Brief deutlich gegen den Vorwurf des GKV-Spitzenverbandes verwahrt, die eGK zu blockieren.

„Eine sichere Kommunikationsinfrastruktur im Gesundheitswesen wird von Vertretern der Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Krankenhäuser aus Versorgungssicht seit Jahren für notwendig gehalten und sowohl eingefordert als auch aktiv aufgebaut“, hieß es dazu in der gemeinsamen Stellungnahme der Organisationen. Bei all diesen Aktivitäten sei jeweils der medizinische Versorgungsbedarf die Triebfeder der Entwicklung gewesen – mit dem Ziel, die medizinische Versorgung der Patienten zu verbessern.

Gassen wies heute erneut auf die von den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) aufgebauten sicheren Datenwege hin. Auch Datenschützer bestätigten, dass dieses Netz sicher sei. „Der GKV-Spitzenverband sollte mitarbeiten und zeitnah medizinische Anwendungsprojekte gemeinsam mit uns entwickeln. Doch die Kassenfunktionäre gerieren sich lieber als ewige Nein-Sager“, kritisierte der KBV-Vorstandsvorsitzende den Spitzenverband.

Er kritisierte, dass zudem im Augenblick erst 91 Prozent der Versicherten die eGK erhalten hätten. Das sei mitnichten eine flächendeckende Ausstattung, denn noch immer gebe es über sechs Millionen Versicherte, die die neue Karte nicht besäßen. „Machen Sie also endlich Ihre Hausaufgaben“, erklärte Gassen in Richtung der Krankenkassen-Vorstände. © hil/aerzteblatt.de

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