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Ausland

Ärzte ohne Grenzen beklagt zunehmende Übergriffe

Dienstag, 17. Juni 2014

dpa

Berlin – 2013 arbeiteten die Teams der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen – die deutsche Sektion der Organisation Médecins Sans Frontières – in mehr als 60 Ländern. Über die deutsche Sektion sind insgesamt 289 Mitarbeiter in die Einsatzländer gereist, vor allem Ärzte, Pflegepersonal, Logistiker und Hebammen. Das berichtet Ärzte ohne Grenzen Deutschland in ihrem heute veröffentlichten Jahresbericht.

Danach hat die deutsche Sektion von Ärzte ohne Grenzen im vergangenen Jahr 89,3 Millionen Euro eingenommen, das sind 18,3 Millionen Euro mehr als 2012. 92 Prozent davon stammten aus privaten Spenden und Zuwendungen – fast ein Drittel mehr als im Vorjahr. „Für diese überwältigende Unterstützung und das große Vertrauen in unsere Arbeit bedanke ich mich herzlich“, sagte Tankred Stöbe, Vorstandsvorsitzender von Ärzte ohne Grenzen Deutschland.

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Gleichzeitig betonte er, dass Ärzte ohne Grenzen qualifizierte Projektmitarbeiter suche. „Wir brauchen gut ausgebildete, in internationaler Arbeit erfahrene Mitarbeiter, die bereit sind, auch in schwierigen Kontexten wie dem Südsudan oder der Zentralafrikanischen Republik zu helfen. Diese zu finden ist nicht leicht – und derzeit haben wir nicht genug“, so Stöbe.

Eine Tendenz, die Ärzte ohne Grenzen und anderen Hilfsorganisationen Sorge bereitet, erläuterte der Geschäftsführer der Hilfsorganisation Frank Dörner. „Wir beobachten in letzter Zeit eine Häufung schwerer Übergriffe“, sagte er. „In bewaffneten Konflikten wie in der Zentralafrikanischen Republik, im Südsudan oder in Syrien gerieten Patienten, Krankenhäuser und Helfer immer wieder unter Beschuss oder würden sogar gezielt angegriffen.“

Er forderte die deutsche Regierung und andere westliche Staaten auf, die Unab­hängigkeit der humanitären Hilfe vollständig zu gewährleisten. „Auch deutsche Politiker haben humanitäre Hilfe immer wieder mit politischen und militärischen Zielen vermischt. Dabei hat sich die Bundesregierung in mehreren internationalen Übereinkommen und auch im Koalitionsvertrag explizit zur Einhaltung der humanitären Prinzipien bekannt“, so Dörner. Er appellierte er an die Bundesregierung, die Arbeit von Helfern zu respektieren und sie nicht für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.

Besonders gefährlich sei die Lage in der Zentralafrikanischen Republik, im Südsudan und in Syrien. Dörner berichtete von Entführungen und gezielten Angriffen. Patienten, Krankenhäuser und Helfer würden dabei gleichermaßen in Mitleidenschaft gezogen. Allein in der Zentralafrikanischen Republik ereigneten sich den Angaben zufolge in diesem Jahr Dutzende Sicherheitsvorfälle und seit Ende 2012 mehr als 30 bewaffnete Überfälle. Das sei „absolut inakzeptabel“, sagte Dörner.

Für die betroffene Bevölkerung bleibe das nicht ohne Folgen: Wegen Sicherheits­bedenken habe Ärzte ohne Grenzen im Sommer 2013 etwa ein Hilfsprogramm in Somalia beenden müssen – nach mehr als 20 Jahren.

Auf die Herausforderung für das kommende Jahr angesprochen erläutert Dörner auf Seite acht des Jahresberichtes: „Ein weiteres Thema der Zukunft wird die Situation in den Megastädten des Südens sein und unsere Möglichkeiten, dort zu helfen. Und leider sind die großen Konfliktregionen des Jahres 2013 weit von einer Lösung entfernt: In der zentralafrikanischen Republik und im Südsudan benötigen die Menschen dringend weiterhin unsere Hilfe, ebenso wie in den vergessenen Krisenregionen dieser Welt.“ © hil/aerzteblatt.de

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