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Medizin

Prädiabetesraten in England innerhalb von acht Jahren verdreifacht

Dienstag, 17. Juni 2014

Gainesville – Die Prävalenz des sogenannten Prädiabetes hat in England zwischen 2003 und 2011 massiv zugenommen. Leitautor Arch Mainous veröffentlichte in Zusammen­arbeit mit Forschern der University of Florida und der University of Leicester entsprech­ende Ergebnisse der Health Survey for England in der Zeitschrift BMJ Open (http://dx.doi.org/10.1136/bmjopen-2014-005002 ).

Prädiabetes ist die Vorstufe einer manifesten Diabeteserkrankung. Zwischen fünf und zehn Prozent der Patienten entwickelt pro Jahr einen Diabetes mellitus Typ 2. Insulin­resistenz und Störungen des Fett- und Zuckerstoffwechsels sind beim Prädiabetes weniger stark ausgeprägt. Dennoch kann zufolge verschiedener Studie dieser Zustand das Risiko der typischen Folgeerscheinungen wie Mikroangiopathien erhöhen.

Die Wissenschaftler nutzten Daten der Health Survey for England, die jährlich Lebensstil, Gesundheit und Umweltfaktoren bei rund 20.000 Engländern untersucht. Die Daten­erhebung umfasst neben Fragebögen und körperlichen Untersuchungen durch Krankenschwestern auch eine Blutentnahme. HbA1c-Werte zwischen 5.7–6.4 Prozent werteten die Forscher gemäß der Definiton der American Diabetes Association als Prädiabetes.

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Im Jahr 2003 lag die Prädiabetesprävalenz bei den über 16-Jährigen bei 11,6 Prozent, während sie im Jahr 2011 35,3 Prozent betrug. Die Diabetesraten erhöhten sich im selben Zeitraum von 3,55 Prozent auf 5,59 ebenfalls. Besonders deutlich wurde die hohe Prävalenz bei den über 40-Jährigen mit Übergewicht und bei Teilnehmern mit einem niedrigen sozioökonomischen Status.

Die Anzahl der Übergewichtigen und der über 40-Jährigen habe in dem betrachteten Zeitraum zwar zugenommen, jedoch kann dies allein laut den Forscher den starken Anstieg nicht erklären. Möglicherweise zeigten sich in der Studie die verzögerten Effekte der relativ starken Zunahme der Übergewichtsraten in den frühen 90er Jahren, vermuten die Epidemiologen.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich ohne geeignete Interventionen die Diabetesraten in den kommenden Jahren weiter stark erhöhen werden. © hil/aerzteblatt.de

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frajoli
am Dienstag, 17. Juni 2014, 22:04

Fürchterliche Steigerungsraten

Die "Wissenschaftler" werden eines guten Tages feststellen dûrfen, dass sich die Diabetesraten in England und anderswo nicht mehr weiter erhöhen. Dies ist voraussichtlich dann der Fall, wenn knapp 100% an Diabetes erkrankt sind.. Eine konsequente und wirksame Therapie ist nicht passiv mit Tabletten oder Spritzen zu erreichen, ist auch mit den Sozialromantikern der westlichen Zivilisationsstaaten bis auf weiteres nicht durchführbar, noch nicht einmal ansatzweise andenkbar und daher sicher auch nicht umzusetzen. Utopien sind wahrscheinlicher . Schönen Abend noch.
LNS

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