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Medizin

Schlaganfall: Mikrowellen-Helm kann Hirnblutung erkennen

Mittwoch, 18. Juni 2014

http://boid.se/project/strokefinder/

Göteborg – Ein Helm mit zahlreichen Sendern und Empfängern für Mikrowellen könnte nach den Vorstellungen seiner schwedischen Erfinder künftig die Differenzialdiagnostik bei Schlaganfallpatienten übernehmen. Doch die in Transactions on Biomedical Engineering (2014; 61: 1833-1843) vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass die Technik noch nicht ausgereift ist.

Die Standardtherapie des ischämischen Schlaganfalls, eine intravenöse Thrombolyse mit dem Enzym rtPA, darf erst begonnen werden, wenn eine Hirnblutung als wichtigste Kontra­­indikation ausgeschlossen wurde. Hierzu ist heute ein bildgebendes Verfahren erforderlich, in der Regel eine Computertomographie, weshalb die Therapie auf wenige Stroke Units begrenzt ist. Einfacher und wahrscheinlich auch kostengünstiger wäre ein Verfahren, das Ingenieure der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg entwickelt haben und das Medfield Diagnostics, eine Spin-Off-Firma der Hochschule, vermarkten möchte.

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Das Untersuchungsgerät, das die Forscher im letzten Herbst bereits auf der Medica vorgestellt haben, besteht aus mehreren kleinen Sende- und Empfangsgeräten für Mikrowellen, die ähnlich einem EEG auf der Kopfhaut des Patienten befestigt werden. Die unterschiedliche Geschwindigkeit, mit der Mikrowellen durch Blutergüsse und gesundes Hirngewebe geleitet werden, soll die Lokalisierung einer Blutung und damit die Differenzialdiagnose zwischen einem ischämischen und hämorrhagischen Schlaganfall ermöglichen.

Ein Prototyp wurde jetzt an der Sahlgrenska Universitätsklinik einem ersten klinischen Test unterzogen. An der Studie nahmen 45 Patienten mit akutem Schlaganfall teil, dessen Ursache in 19 Fällen auf eine Hirnblutung zurückgeführt werden konnte. Nach Auskunft des Neurophysiologen Mikael Elam von der Sahlgrenska University erkannte der „Strokefinder“ alle 19 Hirnblutungen. Darüber hinaus wurde allerdings bei fünf Patienten mit ischämischem Insult ein falschpositives Ergebnis ausgegeben, wie die Kontrolluntersuchung mit der Computertomographie zeigte.

Die Ingenieure hoffen, durch eine Modifizierung der Algorithmen die Trefferquote des Gerätes weiter verbessern zu können. In diesem Herbst wollen sie ihren „Strokefinder“ erstmals in einem Rettungswagen testen. Aufgrund des geringeren Gewichts sei das Gerät für die ambulante Diagnostik geeignet, schreiben sie. © rme/aerzteblatt.de

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