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Uniklinik Frankfurt bringt mehr ein als sie kostet – aber Ökonomie ist nicht alles

Donnerstag, 19. Juni 2014

Frankfurt /Dresden – Für jeden Euro, den das Land Hessen in die Hochschulmedizin Frankfurt investiert, fließen mindestens 2,70 Euro in die öffentlichen Kassen zurück. Neben dem zentralen Versorgungsaspekt haben das Universitätsklinikum Frankfurt und der Fachbereich Medizin der Goethe-Universität damit auch einen enormen volkswirt­schaftlichen Nutzen für Stadt, Bundesland und ganz Deutschland. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um den Ökonomen Armin Töpfer von der Forschungsgruppe Marktorien­tierte Unternehmensführung der Technischen Universität Dresden.

Töpfer hat bereits die Universitätsmedizin Heidelberg analysiert und ihr in einem Anfang des Jahres veröffentlichten Gutachten eine hohe Wertschöpfung bescheinigt.

„Der Fachbereich Medizin der Goethe-Universität Frankfurt am Main und das Universitätsklinikum Frankfurt am Main als Anstalt öffentlichen Rechts bilden die Hochschulmedizin Frankfurt mit insgesamt 32 medizinischen Kliniken/Instituten und 20 Forschungsinstituten“, beginnt Töpfer sein sogenanntes Wertschöpfungsgutachten.

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Es besteht aus einer retrospektiven Analyse des Geschäftsjahres 2012 und einer Prognose für die Jahre 2014 bis 2019. Das Gutachten belegt die große wirtschaftliche Bedeutung der Universitätsmedizin für die Stadt Frankfurt und das Bundesland Hessen. Die 4.105 direkt beschäftigten Vollkräfte und die 885 in Tochtergesellschaften und Beteiligungen bestehenden Beschäftigungsverhältnisse bedingten laut Gutachten im Jahr 2012 zusätzliche 1.088 Arbeitsplätze in der Stadt Frankfurt und weitere 916 im restlichen Hessen. Deutschlandweit schafften die in Frankfurt beschäftigen Vollkräfte 9.918 weitere Arbeitsplätze.

„Das durch die Hochschulmedizin Frankfurt bewirkte Steueraufkommen beträgt für das Land Hessen mit seinen Gemeinden 70,4 Millionen Euro, davon gehen 52,8 Millionen Euro an das Land Hessen. Das gesamte Steueraufkommen, das von der Hochschul­medizin Frankfurt in Deutschland induziert wird, beträgt 257,1 Millionen Euro“, heißt es in dem Gutachten. Damit erhalte das Land Hessen und seine Gemeinden im Jahr 2012 76 Prozent seiner eingesetzten Mittel durch das Steueraufkommen zurück. Deutschlandweit betrachtet flössen 279 Prozent der eingesetzten Landesmittel als Steueraufkommen zurück.

Das Gutachten geht auch auf die Ergebnisse in Forschung, Lehre und Krankenver­sorgung ein. Es kommt zu dem Schluss, „dass mit Unterstützung des Landes Hessens in den vergangenen Jahren systematische und im Ergebnis sehr erfolgreiche Anstren­gungen unternommen wurden, die das heute erreichte Exzellenzniveau begründen“. „Die nachweislich hohe Patientenzufriedenheit nach der Patientenbefragung 2013, das einzige onkologische Spitzenzentrum im Rhein-Main-Gebiet und in Hessen oder das Frankfurter Referenzzentrum für Seltene Erkrankungen sind nur einige Beispiel für die vielfältigen Spitzenleistungen am Universitätsklinikum Frankfurt. Das Gutachten bestätigt uns in unseren hohen Ansprüchen“, freute sich der Ärztliche Direktor der Frankfurter Universitätsmedizin, Jürgen Schölmerich.

Mit dieser Qualität werden in der Krankenversorgung Menschen geheilt, wissen­schaftliche Durchbrüche in der Forschung erzielt und die Ärzte von morgen ausgebildet, ergänzte der Dekan Josef Pfeilschifter. Die Hochschulmedizin könne daher nicht als reiner Kostenfaktor betrachtetet werden. „Die Frankfurter Hochschulmedizin schafft nicht nur ökonomischen, sondern auch gesellschaftlichen Mehrwert“, so der Dekan.

In einem zweiten Teil entwerfen die Gutachter ein Szenario für die Zeit bis 2019. „Entscheidend wird demnach erstens sein, ob der Landeszuführungsbeitrag, das heißt die Mittel der Landeshaushalte, die dem Fachbereich Medizin zukommen, auf das bundesdurchschnittliche Niveau angehoben wird“.

Des Weiteren sei ein Systemzuschlag für Universitätsmedizin angesichts der Zusatz­leistungen in Forschung, Lehre und Krankenversorgung notwendig, so die Gutachter. „Die Szenario-Analyse in dem Gutachten bestätigt: Nur mit einer ausreichenden Finanzierung kann die positive Entwicklung der Frankfurter Universitätsmedizin fortgeführt und dauerhaft eine universitätsmedizinische Krankenversorgung auf höchstem Niveau gewährleistet werden“, sagte Bettina Irmscher, Kaufmännische Direktorin des Frankfurter Universitätsklinikums.

© hil/aerzteblatt.de

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