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Politik

Medizinischer Fakultätentag: Wanka steht Forderungen der Universitätsmedizin offen gegenüber

Donnerstag, 19. Juni 2014

Frankfurt/M. – Anlässlich des 75.Ordentlichen Medizinischen Fakultätentages (oMFT) am 19. und 20. Juni  in Frankfurt am Main forderte MFT-Präsident Heyo Kroemer erneut ein koordiniertes politisches Handeln von Bund und Ländern zur Verbesserung der Finanzsituation der Universitätsmedizin. Sowohl im investiven Bereich als auch in der Finanzierung universitärer Krankenversorgung sei dringender Handlungsbedarf gegeben, sagte er.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) zeigte sich in ihrem Grußwort zur Eröffnung des Fakultätentages gesprächsbereit: „Wir müssen gemeinsam versuchen, erfolgreich zu sein und die Probleme zu lösen“, betonte sie. Grundsätzlich sei der von der Hochschulmedizin geforderte Systemzuschlag eine „gute Überlegung“.

Wiederholt hatte die deutsche  Hochschulmedizin neben weiteren Reformen der allgemeinen Krankenhausfinanzierung eine eigenständige Finanzierungssäule (Systemzuschlag) gefordert, um die besondere Rolle der Universitätsmedizin für das Gesundheitswesen besser zu finanzieren. Zu diesen besonderen Aufgaben zählt sie die Zuständigkeit für die Medizinerausbildung und die biomedizinische Forschung, aber auch schwierige und komplizierte Fälle, die nur an den Universitätsklinika versorgt werden können.

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Sie sehe diese zusätzlichen Bereiche, betonte Wanka. Gleichzeitig verwies sie auf die jüngste Verpflichtung der Länder, die durch die Übernahme der Bafög-Zahlungen durch den Bund jährlich freiwerdenden rund 1,17 Milliarden Euro für Hochschulen und Schulen zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich zu den seit 2005 ständig wachsenden Ausgaben des Bundes für die Forschung stünden in dieser Legislaturperiode 3 Milliarden Euro stehen für Forschung und Entwicklung (FuE) zur Verfügung, erklärte Wanka weiter. Damit sei der Anteil von 3 Prozent am Bruttoinlandsprodukt (BIP) für FuE auch in Zukunft sicher­gestellt.

Ferner lobte Wanka die geplante Grundgesetzänderung, die ein dauerhaftes Enga­gement des Bundes für Forschung und Lehre an den Hochschulen ermöglichen soll. „Der Artikel 91 b des Grundgesetzes soll bis Ende des Jahres neu gefasst werden“, kündigte sie an. Konkrete Formulierungen lägen bereits vor. „Der Weg für eine Grundgesetzänderung ist jetzt nach Kontroversen während der Koalitionsverhandlungen frei. Das ist ein wichtiger Schritt“, betonte die Bundesministerin. Zudem finanziere der Bund außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, den Hochschulpakt, den Pakt für Forschung und Innovation und die Exzellenzinitiative weiter.

Während des ersten Tages ihres Jahrestreffen diskutierten die Dekane der Medizi­nischen Fakultäten die Themen Projektförderung und Verbundforschung in der Universitätsmedizin, Konzepte der IT-Entwicklung in der forschenden Medizin und die Stärkung der Innovationsfähigkeit der universitären Medizin. In einer Resolution forderten sie ferner  die Gleichbehandlung von ärztlich tätigen Kollegen in der Universitätsmedizin. Dabei setzt sich der MFT  für identische Tarifstrukturen und gleichen Zugang zu den Versorgungswerken für Ärzte in klinischen, vorklinischen und klinisch theoretischen Fächern ein.

Hintergrund für diese Forderung Gehaltsunterschiede, die ärztliche Arbeit in klinisch-theoretischen und vorklinischen Instituten an den Universitäten unattraktiv machen.  „Im Rahmen der beruflichen Weiterqualifikation werden die Verdienstunterschiede größer“, betonen sie. Der allseits geforderte enge Praxisbezug im Rahmen des human- und zahnmedizinischen Studiums an den Universitäten sei jedoch ohne ärztliche Kollegen in vorklinischen und klinisch-theoretischen Instituten nicht zu leisten.

Diese Situation werde noch dadurch verschärft, dass die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) aufgrund neuerer, höchstrichterlicher Rechtsprechung die Befreiungspraxis für Pflichtmitglieder in berufsständischen Versorgungseinrichtungen – unter anderem auch der Versorgungswerke für Ärzte – geändert hat. Der Fokus liege nun auf der Unterscheidung zwischen klassisch-berufsspezifischen Tätigkeiten und Tätigkeiten, die nicht dem typischen Berufsbild entsprechen.

Gastgeber der diesjährigen MFT-Jahrestagung ist der Fachbereich Medizin der Goethe-Universität, die 2014 ihr 100jähriges Bestehen feiert. „Als innovative Bürgeruniversität gegründet, haben sich die Goethe-Universität und besonders auch der Fachbereich Medizin – in enger Verbindung mit dem Universitätsklinikum – zu einem Innovations- und Exzellenzzentrum in Forschung und Lehre entwickelt“, erklärte Dekan Josef Pfeilschifter. © ER/aerzteblatt.de

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