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Ökonom hält Rezeptgebühren in England für unproblematisch

Freitag, 20. Juni 2014

London – Die Rezeptkosten in England haben vermutlich ein stabiles Niveau erreicht und scheinen bisher die Versorgung der Bevölkerung nicht nachteilig zu beeinflussen. Das meint John Appleby, Chefökonom des King´s Fund, und erläutert seine Auffassung im British Medical Journal (BMJ).

England ist das einzige Land im Vereinigten Königreich, das privat zu zahlende Gebühren für die Verschreibung von Medikamenten erhebt. Pro Rezept würden 8.05 Pfund fällig – umgerechnet etwa zehn Euro. Das National Health System nehme dadurch jährlich bis zu 700 Millionen Pfund zusätzlich ein.

Die Gebühren sind laut Appleby häufig Grund zur Diskussion. Kritiker befürchten, dass die Gebühren möglicherweise den Zugang und die Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen einschränken. Um dem entgegenzuwirken, müssen bestimmte Personen­gruppen wie Kinder, ältere Menschen oder Sozialhilfeempfänger die Gebühren nicht zahlen. Durch die Sonderregelung für einkommensschwache Gruppen würden laut dem Ökonomen insgesamt nur etwa zehn Prozent der Rezepte gebührenpflichtig.

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Appleby berichtet, dass trotz der steigenden Rezeptkosten die Anzahl der verschrie­benen Medikamente 2012 mit rund einer Milliarde verschriebenen Einheiten einen Höchststand erreicht habe. Im Vergleich zu 2004 sei dies ein Anstieg von rund 62 Prozent. Die durchschnittlichen Kosten für Medikamente seien seit 2004 kontinuierlich gesunken, sodass die Rezeptgebühren den Medikamentenkosten nun nahezu entsprächen.

Von 2004 seien diese, teilweise durch die Entwicklung von Generika, von 14 Pfund auf etwa 8.50 Pfund gesunken. Appleby geht davon aus, dass dadurch eine weitere Zunahme der Rezeptkosten unwahrscheinlich ist. Der Autor weist außerdem darauf hin, dass bei Berücksichtigung der Inflation die Gebühren weitestgehend stabil geblieben seien.

Eine Studie aus Wales habe gezeigt, dass nach Abschaffung der Gebühren die Zunah­me der verschriebenen Medikamenteneinheiten sich nicht wesentlich von englischen Regionen unterschieden habe, in denen die Gebühr weiterhin erhoben wurde. Appleby geht daher davon aus, dass die Gebühren keinen nachteiligen Effekt auf die Versorgung der Kranken haben. Dies rechtfertige jedoch keinesfalls einen weiteren Anstieg der Gebühren, da eine Preissteigerung ab einem bestimmten Punkt die Versorgung verschlechtern könnte, so der Ökonom. © hil/aerzteblatt.de

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