Politik

Modellprojekt in Westfalen-Lippe soll Versorgung in Pflegeheimen verbessern

Freitag, 20. Juni 2014

Düsseldorf/Dortmund – Ein neues Modellprojekt soll die ärztliche Versorgung von Pflegeheimbewohnern in Westfalen-Lippe verbessern. Initiiert hat es das sogenannte Gemeinsame Landesgremium für eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit im Gesundheitssystem. Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium, die Kassen­ärztliche Vereinigung (KV) des Landesteils und die gesetzlichen Krankenkassen arbeiten bei dem Projekt zusammen. Nordrhein-Westfalens Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Bündnis90/Grüne) sieht in den Projekt einen „wegweisender Schritt zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in Pflegeheimen“.

Ab Juli diesen Jahres sollen zunächst in den fünf Regionen Bünde, Lippe, Marl, Münster und Unna niedergelassene Haus- und Fachärzte Heimbewohner regelmäßig unter­suchen, feste Sprechstunden in den Heimen anbieten und jeweils vor den Wochenenden den Gesundheitszustand der Bewohner gemeinsam mit dem Pflegepersonal erörtern. Letzteres soll Notfallsituationen insbesondere an Wochenenden und Feiertagen möglichst verhindern. Zu den weiteren Vorteilen für die Pflegeheimbewohner zählt eine bessere Kontrolle ihrer Arzneimitteltherapien. Außerdem sollen sich die teilnehmenden Ärzte noch intensiver als bisher in den Bereichen Geriatrie, Demenz und Schmerz­therapie fortbilden.

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„Ich freue mich, dass wir die ärztliche Heimversorgung auf eine einheitlich hochwertige Basis stellen können. Die Heimbewohner werden von der engmaschigen ärztlichen Betreuung erheblich profitieren“, sagte der zweite Vorsitzende der KV Gerhard Nordmann. Auch die gesetzlichen Krankenkassen begrüßten den Start des Modell­projektes: „Durch die vernetzte Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und Pflege­personal werden wir die medizinische Versorgung und damit auch die Lebensqualität der Patienten in Pflegeheimen deutlich verbessern“, unterstrich Martin Litsch, Vorstands­vorsitzender der AOK Nordwest.

Als Meilenstein bewerten die Modellpartner den geplanten Einsatz von „Entlastenden Versorgungsassistentin“ (EVA), welche die beteiligten Ärzte unterstützten. „Die EVAs können beispielsweise Behandlungstermine koordinieren. Dadurch werden die Ärzte spürbar entlastet und haben mehr Zeit für die Behandlung ihrer Patienten“, erläuterte Dirk Ruiss, Leiter des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) in Nordrhein-Westfalen.   

Mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz hatte die schwarz-gelbe Koalition 2012 auf Drängen der Bundesländer im Paragraf 90a Sozialgesetzbuch V die Möglichkeit geschaffen, Landesgremien einzurichten, in denen die Vertreter der Selbstverwaltung Empfehlungen zu sektorenübergreifenden Versorgungsfragen in den Regionen abgeben können. © hil/aerzteblatt.de

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