Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Modellprojekt in Westfalen-Lippe soll Versorgung in Pflegeheimen verbessern

Freitag, 20. Juni 2014

Düsseldorf/Dortmund – Ein neues Modellprojekt soll die ärztliche Versorgung von Pflegeheimbewohnern in Westfalen-Lippe verbessern. Initiiert hat es das sogenannte Gemeinsame Landesgremium für eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit im Gesundheitssystem. Das nordrhein-westfälische Ge­sund­heits­mi­nis­terium, die Kassen­ärztliche Vereinigung (KV) des Landesteils und die gesetzlichen Krankenkassen arbeiten bei dem Projekt zusammen. Nordrhein-Westfalens Ge­sund­heits­mi­nis­terin Barbara Steffens (Bündnis90/Grüne) sieht in den Projekt einen „wegweisender Schritt zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in Pflegeheimen“.

Ab Juli diesen Jahres sollen zunächst in den fünf Regionen Bünde, Lippe, Marl, Münster und Unna niedergelassene Haus- und Fachärzte Heimbewohner regelmäßig unter­suchen, feste Sprechstunden in den Heimen anbieten und jeweils vor den Wochenenden den Gesundheitszustand der Bewohner gemeinsam mit dem Pflegepersonal erörtern. Letzteres soll Notfallsituationen insbesondere an Wochenenden und Feiertagen möglichst verhindern. Zu den weiteren Vorteilen für die Pflegeheimbewohner zählt eine bessere Kontrolle ihrer Arzneimitteltherapien. Außerdem sollen sich die teilnehmenden Ärzte noch intensiver als bisher in den Bereichen Geriatrie, Demenz und Schmerz­therapie fortbilden.

„Ich freue mich, dass wir die ärztliche Heimversorgung auf eine einheitlich hochwertige Basis stellen können. Die Heimbewohner werden von der engmaschigen ärztlichen Betreuung erheblich profitieren“, sagte der zweite Vorsitzende der KV Gerhard Nordmann. Auch die gesetzlichen Krankenkassen begrüßten den Start des Modell­projektes: „Durch die vernetzte Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und Pflege­personal werden wir die medizinische Versorgung und damit auch die Lebensqualität der Patienten in Pflegeheimen deutlich verbessern“, unterstrich Martin Litsch, Vorstands­vorsitzender der AOK Nordwest.

Als Meilenstein bewerten die Modellpartner den geplanten Einsatz von „Entlastenden Versorgungsassistentin“ (EVA), welche die beteiligten Ärzte unterstützten. „Die EVAs können beispielsweise Behandlungstermine koordinieren. Dadurch werden die Ärzte spürbar entlastet und haben mehr Zeit für die Behandlung ihrer Patienten“, erläuterte Dirk Ruiss, Leiter des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) in Nordrhein-Westfalen.   

Mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz hatte die schwarz-gelbe Koalition 2012 auf Drängen der Bundesländer im Paragraf 90a Sozialgesetzbuch V die Möglichkeit geschaffen, Landesgremien einzurichten, in denen die Vertreter der Selbstverwaltung Empfehlungen zu sektorenübergreifenden Versorgungsfragen in den Regionen abgeben können. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

19.10.17
Pflegeheime: Diskussion um Lockerung von Fachkräftequote in Thüringen
Erfurt – Private Pflegeanbieter in Thüringen plädieren angesichts der Engpässe bei Pflegefachkräften für mehr Hilfskräfte in Pflegeeinrichtungen – und stoßen damit auf Widerspruch bei Sozialministerin......
12.10.17
Pflege: Hessen plant neue Vorgaben für Einrichtungen
Frankfurt am Main – Das hessische Sozialministerium will vor allem neuen Pflegeeinrichtungen strengere Vorgaben beim Bau machen und größere Zimmer für die Bewohner vorschreiben. Bestehende......
02.10.17
Zahl der Beschwerden über Pflegeeinrichtungen in Sachsen-Anhalt steigt
Halle – In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Beschwerden wegen angeblicher Mängel in Pflegeeinrichtungen im zurückliegenden Jahrzehnt deutlich gestiegen. 2016 erreichten 144 Beschwerden die für die......
12.09.17
Pflegeheimkosten: CDU will Kinder von Zuzahlungen entlasten
Düsseldorf – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) will im Fall eines Wahlsiegs der Union die Kinder pflegebedürftiger Eltern von Zuzahlungen für eine Heimunterbringung entlasten. „Wenn......
05.09.17
Pflegerat warnt vor Aufweichung der Fachkraftquote in Pflegeeinrichtungen
Berlin – „Finger weg von der Fachkraftquote in stationären Pflegeeinrichtungen“. Diese Warnung hat heute der Deutsche Pflegerat (DPR) ausgesprochen. Hintergrund sind Forderungen des pflegepolitischen......
25.08.17
Mehr Beschwerden bei Heimaufsicht in Berlin
Berlin – Die Zahl der Beschwerden gegen Berliner Alten- und Pflegeheime sowie Behinderteneinrichtungen ist gestiegen. Erreichten die Heimaufsicht 2015 noch 232 Anzeigen, waren es 2016 bereits 260. Das......
22.08.17
NRW-Gesundheits­minister droht Pflegeheimen mit Belegungsstopp
Düsseldorf – Pflegeheime, die immer noch nicht die gesetzliche Einzelzimmer-Quote erfüllen, müssen mit einem Belegungsstopp rechnen. Darauf hat Nordrhein-Westfalens Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige