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MFT fordert Überprüfung von Medical Schools auf vergleichbare Qualität

Freitag, 20. Juni 2014

Rankfurt/M. – Der Medizinische Fakultätentag (MFT) forderte am zweiten Tag seines diesjährigen Jahrestreffens, des 75. Ordentlichen Medizinischen Fakultätentages in Frankfurt/Main, Bund und Länder auf, das  Niveau der wissenschaftlich-fundierten Ärzteausbildung in Deutschland zu sichern. Hierfür sollten die Länder vergleichbare Gesetze zur Qualitätssicherung ausländischer Angebote verabschieden, regte der MFT in einer Resolution an. Öffentliche und private Bildungsanbieter müssten die gleichen Anforderungen erfüllen, damit  auch künftig die Patienten optimal vom ausgebildeten ärztlichen Nachwuchs versorgt werden könnten.

Hintergrund für diese Forderung ist die Zunahme der Anzahl der Medizinischen Fakul­täten.  Nach Schätzung der WHO beträgt der weltweite Zuwachs 20 bis 30 Prozent in den letzten fünf Jahren. „Als Gründe für diesen Anstieg wird offiziell oft der Mangel an Medizinern, insbesondere in ländlichen Gebieten, genannt“, sagte Peter Dieter, Präsi­dent der Association of Medical Schools in Europe. „Es ist aber davon auszugehen, dass auch die Profilierung von Politikern und die Profilierung beziehungsweise die Nachwuchs­anwerbung von Krankenhäusern und privaten Krankenhausträgern zu diesem Anstieg führen.“

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In Deutschland war die Anzahl der Medizinischen Fakultäten über Jahrzehnte konstant. In den letzten Jahren wurde in Oldenburg in Kooperation mit Groningen (Niederlande) eine neue Medizinische Fakultät gegründet (European Medical School Oldenburg-Groningen). Geplant sind zudem neue Fakultäten in Hamburg, Brandenburg und Augsburg. Ferner existieren hierzulande staatenübergreifende Modelle der Ärzteausbildung, wie Kooperationen zwischen Budapest - Asklepios Hamburg, Kassel – Southampton sowie ab dem kommenden Wintersemester Nürnberg – Salzburg.

Bei diesen Modellen finden das Medizinstudium und der Abschluss unter dem Dach einer ausländischen Universität und den Rechtsbedingungen dieses Landes statt. Die Absolventen können nach der Berufsanerkennungsrichtlinie der EU auch mit ausländischen Zertifikaten in Deutschland den Arztberuf ausüben.

Für kooperierende deutsche Krankenhäuser entstehe durch die Beteiligung an den Ausbildungsmodellen jedoch nicht etwa eine Art „rechtsfreien Raums“, betonte Max Emanuel Geis, Jurist an der Universität Erlangen und Autor des für den MFT erstellten Gutachtens „Rechtliche Anforderungen an Gründungen ärztlicher Ausbildungs- und Forschungsstätten in Deutschland“.„Staatliche Aufsichtsbehörden haben darauf zu achten, dass keine Kooperationsverträge abgeschlossen werden, die nicht den Erfordernissen einer wissenschaftlichen Ausbildung gerecht werden“, sagte er. Notwendig sei aber auch eine konkretere Fassung der Anforderungen an die wissenschaftliche Lehre im europäischen Kontext.

Akkreditierung von Krankenhäusern durch ausländische Agenturen nicht ausreichend
Die Akkreditierung von Krankenhäusern durch ausländische Agenturen sei keine ausrei-chende Qualitätssicherung für die Universitätsmedizin, meinte Georg Sandberger, Jurist an der Universität Tübingen. „Die Hochschulrektorenkonferenz hat deshalb die Kultusministerien aufgefordert, einheitliche Qualitätsanforderungen für akademische Franchising-Modelle gesetzlich zu verankern. In Baden-Württemberg haben wir keine vergleichbaren Probleme, denn dort müssen auch die ausländischen Bildungsanbieter dieselben Anforderungen wie die heimischen Hochschulen erfüllen“, ergänze Sandberger.

In Hessen haben die Ministerien bislang dagegen nur wenig Notiz von der Kooperation zwischen der Universität Southhampton und dem Klinikum Kassel genommen: „Es kann nicht sein, dass sich Gesundheits- und Wissenschaftsministerien für nicht zuständig für das Medizinstudium in ihrem Land erklären“, betonte Thomas Spies, Vorsitzender des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst im hessischen Landtag.

„Ärzte müssen aus Gründen der Qualitätssicherung Staatsprüfungen ablegen, Bachelor oder Masterabschlüsse sind dafür kein Ersatz. Wer keine ärztliche Lizenz vorweisen kann, sollte auch nicht mit der Weiterbildung beginnen dürfen“, forderte auch Susanne Johna, Mitglied des Präsidiums der Landesärztekammer Hessen und Vorsitzende des Landesverbands des Marburger Bundes.

Zudem diskutierten die Dekane der Medizinischen Fakultäten beim 75. oMFT die Weiterentwicklung des Medizinstudiums, die Erstellung des Nationalen Lernzielkatalogs sowie die Qualitätssicherung beim praktischen Jahr. Dabei forderten sie, in Fragen der Ärzteausbildung das Wissen der Medizinischen Fakultäten bei der Konzeption des im Koalitionsvertrag verankerten „Masterplans Medizinstudium 2020“ frühzeitig einzube­ziehen.  Bund und Länder beabsichtigen, neben einer stärker zielgerichteten Auswahl der Studienplatzbewerber unter anderem auch  die Praxisnähe im Studium zu stärken. © ER/aerzteblatt.de

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