NewsPolitikRegierung hält an Gesundheitskarte fest
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Regierung hält an Gesundheitskarte fest

Montag, 23. Juni 2014

Berlin – Trotz jahrelanger Verzögerungen setzt die Bundesregierung weiterhin auf die elektronische Gesundheitskarte (eGK). Sie will das Projekt auch nicht den darüber zerstrittenen Krankenkassen und Ärzten aus der Hand nehmen – dies geht aus der Antwort auf eine Anfrage der Grünen hervor, die der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag in Berlin vorlag.

Die Grünen riefen die Regierung auf, angesichts von Skepsis in der Bevölkerung die Sicherheit der sensiblen Gesundheitsdaten zu gewährleisten. Die Grünen-Gesundheits­expertin Maria Klein-Schmeink forderte zudem, die Regierung müsse für eine zügige und wirtschaftliche Umsetzung sorgen. Sie dürfe Störmanöver von Teilen der Ärzteschaft nicht länger hinnehmen. Die Linke verlangte hingegen einen Stopp der eGK.

Trotz der Auseinandersetzungen zwischen Kassen und Ärzten, die die Karte und die damit verbundene IT-Infrastruktur gemeinsam mit Kliniken, Apothekern und Industrie einführen sollen, hält die schwarz-rote Regierung an der Einführung fest. „Interessen­konflikte bei Einzelfragen sind bei einem komplexen Projekt wie dem Aufbau der Telema­tikinfrastruktur nicht ungewöhnlich“, schreibt das Ge­sund­heits­mi­nis­terium.

Anzeige

Ursprünglich sollte die eGK am 1. Januar 2006 eingeführt werden. Die Karte und die Entwicklung der nötigen Infrastruktur kosteten bisher rund 880 Millionen Euro. Frühes­tens ab 2018 soll es nun medizinische Anwendungen wie die Übermittlung elektronischer Fallakten geben.

Die Kassen hatten den Ärzten Blockade, die Mediziner den Versicherungen Versagen vorgeworfen. Die Regierung sieht derzeit jedoch keine Notwendigkeit für sanktions­bewehrte Termine für weitere Entwicklungsschritte der eGK, wie dies Kassenvertreter verlangen. Derzeit werde von der Industrie die Erprobung für die Online-Anbindung von rund 1.000 Ärzten vorbereitet. „Anschließend wird die bundesweit flächendeckende Online-Anbindung der Ärzte und Krankenhäuser starten.“

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) hatte weitere gesetzliche Schritte nicht ausgeschlossen, um das Projekt voranzutreiben.

Für den Spitzenverband der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) sagte Sprecher Florian Lanz am Sonntag: „Es ist wichtig, dass die Politik ein Auge auf die Ärzteverbände hat, damit die nicht weiter den Aufbau ihres eigenen Parallelnetzes wichtiger nehmen als das gemeinsame sichere Netz. Wenn nur klare Vorgaben mit spürbaren Sanktionen die Blockade der Ärzteverbände brechen können, dann muss die Politik das machen.“ © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. September 2020
Berlin – Mehr Pflegestudienplätze, ein bedarfsgerechtes Personalbemessungsinstrument und ein Digitalisierungszuschlag – der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEKV) hat in einem jetzt
Evangelische Kliniken fordern Digitalisierungszuschlag
18. September 2020
Berlin – Der Bundestag hat heute das Krankenhauszukunftsgesetz mit den Stimmen der Union, der SPD und der FDP verabschiedet. Während sich die Grünen und die Linken enthielten, lehnte die AfD das
Bundestag verabschiedet Krankenhauszukunftsgesetz
18. September 2020
Berlin – Der Bundesrat hat heute das Patientendatenschutzgesetz gebilligt, das der Bundestag Anfang Juli verabschiedet hatte. Die Abstimmung erfolgte über die sogenannte Grüne Liste, auf welcher
Bundesrat billigt Patientendatenschutzgesetz
18. September 2020
Berlin – Auch im vierten Quartal 2020 gelten aufgrund der Coronaviruspandemie zahlreiche Sonderregelungen in der ambulanten Versorgung. So können Videosprechstunden weiterhin unbegrenzt angeboten
Videosprechstunden bis Ende des Jahres unbegrenzt möglich
18. September 2020
München – Neue digitale Technologien kommen im Gesundheitswesen nur langsam zum Einsatz, obwohl 86 Prozent des medizinischen Personals großes Potenzial in ihnen sehen. Das ergab eine Befragung des
Bürokratische Hürden laut Umfrage größtes Hemmnis für Digitalisierung im Gesundheitswesen
17. September 2020
München – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Bayerns ruft zur Vorsicht bei der Verordnung und Nutzung von sogenannten Gesundheits-Apps auf. „Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist nicht
KV Bayerns mahnt zur Vorsicht bei digitalen Gesundheitsanwendungen
14. September 2020
Weimar – Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KV) fordert Politik und Wirtschaft sowie die Gremien der gemeinsamen Selbstverwaltung zu Korrekturen bei der
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER