NewsPolitikKinder in Deutschland bei guter Gesundheit
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Kinder in Deutschland bei guter Gesundheit

Montag, 23. Juni 2014

Allergien zählen zu den häufigsten Erkrankungen bei Kindern /dpa

Berlin – Den allermeisten Kindern und Jugendlichen in Deutschland geht es gesundheit­lich gut. Das zeigen die Ergebnisse der ersten Folgeerhebung (Welle 1) der „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS), die das Robert Koch-Institut (RKI) in der Juli-Ausgabe des Bundesgesundheitsblatts veröffentlicht hat.

Mit KiGGS erhebt das RKI regelmäßig Daten zur gesundheitlichen Lage der Kinder und Jugendlichen in Deutschland. KiGGS Welle 1 fand von 2009 bis 2012 als telefonische Befragung statt und war die erste Folgebefragung nach der KiGGS-Basiserhebung (2003 bis 2006). Der Vergleich der Daten aus beiden Erhebungen erlaubt dem RKI zufolge Feststellungen zur Entwicklung der Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen.

Anzeige

Raucherquote halbiert
Zu den positiven Entwicklungen zählt das Institut, dass die Raucherquote bei den 11- bis 17-Jährigen von 20,4 auf 12 Prozent fast halbiert wurde. Auch sind die U-Unter­suchungen (U3 bis U9) zur Früherkennung und Vorsorge von Erkrankungen laut Studie häufiger in Anspruch genommen worden. „Die KiGGS-Daten zeichnen insgesamt ein positives Bild der Gesundheitssituation und der gesundheitlichen Versorgung unserer Kinder“ erklärte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU).

Nach Einschätzung der befragten Eltern weisen 94 Prozent der Kinder und Jugendlichen einen sehr guten beziehungsweise guten allgemeinen Gesundheitszustand auf. Die Daten zeigen Gröhe zufolge aber auch, dass noch immer nicht alle Kinder von klein auf ausreichend gefördert werden.

Gesund­heits­förder­ung von Kindern und Jugendlichen soll ein Schwerpunkt des Präventionsgesetzes werden
Laut Studie ist das Risiko für einen nur mittelmäßigen bis sehr schlechten allgemeinen Gesundheitszustand bei Jungen und Mädchen mit niedrigem sozioökonomischen Status um das 3,4- bzw. 3,7-Fache erhöht im Vergleich zu Kindern mit hohem sozioökono­mischen Status. „Deshalb wird die Gesund­heits­förder­ung von Kindern und Jugendlichen in der Familie über die Kita bis in die Schule ein Schwerpunkt unseres Präventions­gesetzes sein", sagte der Ge­sund­heits­mi­nis­ter.

Insgesamt haben etwa 16 Prozent der Kinder und Jugendlichen nach Angaben der Eltern ein lang andauerndes, chronisches Gesundheitsproblem. Nur etwa jedes Fünfte dieser Kinder (3,2 Prozent der 0- bis 17-Jährigen) ist dabei krankheitsbedingt eingeschränkt, Dinge zu tun, die Gleichaltrige tun können.

Allergien weit verbreitet
Dem RKI zufolge zählen Allergien zu den häufigsten Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Demnach leiden 9,1 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland aktuell an einem Heuschnupfen, sechs Prozent sind von Neurodermitis betroffen, 4,1 Prozent haben Asthma bronchiale und 2,2 Prozent ein allergisches Kontaktekzem (12-Monats-Prävalenzen).

Damit ist die Häufigkeit von Asthma bronchiale und Heuschnupfen seit der KiGGS-Basiserhebung leicht gestiegen, besonders bei Kindern bis sechs Jahre und hier vor allem bei Mädchen. Für Neurodermitis hat das RKI dagegen einen leicht rückläufigen Trend ausgemacht. Auch Erkrankungen an Windpocken und Keuchhusten sind deutlich zurückgegangen. Als Grund nannte das RKI die veränderten Impfempfehlungen. Die Erkrankungsrate für Masern liegt dem Institut zufolge dagegen weiterhin auf zu hohem Niveau.

Unfallverletzungen sind größte Gesundheitsgefahren
Die Auswertung ergab zudem, dass Unfallverletzungen eine der größten Gesundheits­gefahren für Kinder und Jugendliche in Deutschland sind. 15,5 Prozent der 1- bis 17-Jährigen waren innerhalb von 12 Monaten aufgrund eines Unfalls in ärztlicher Behandlung. Dabei sind Jungen (17 Prozent) häufiger von Unfällen betroffen als Mädchen (14 Prozent). Darüber hinaus stellten Ärzte bei jedem fünften Kind (20,2 Prozent) zwischen 3 und 17 Jahren Hinweise auf psychische Störungen fest werden. Laut RKI ist die Häufigkeit (Prävalenz) damit seit der KiGGS-Basiserhebung unverändert.

Weiterhin zeigen die Ergebnisse, dass die allermeisten Kinder und Jugendlichen (91,9 Prozent) mindestens ein Mal pro Jahr ambulante ärztliche Leistungen in Anspruch nehmen. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit mindestens einem Besuch bei einer Kinderärztin oder Kinderarzt pro Jahr nahm seit der KiGGS-Basiserhebung um 8,7 Prozentpunkte zu. Diesen Anstieg erklärt das RKI unter anderem mit zusätzlich eingeführten Leistungen wie U-Untersuchungen und Impfungen. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

17. Oktober 2019
Genf – Kinder von Tuberkulosepatienten müssen besser geschützt werden, vor allem in Ländern mit niedrigem Einkommen. Das hat die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) angemahnt. Nur ein Viertel der Kinder
WHO braucht Geld für Tuberkuloseprävention bei gefährdeten Kindern
16. Oktober 2019
Berlin – Für Eltern mit an Diabetes erkrankten Kindern gibt es nicht genug psychosoziale Hilfen. Darauf haben Experten der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) im Vorfeld der morgigen Tagung
Psychosoziale Betreuung von Diabetikern verbesserungsbedürftig
15. Oktober 2019
München – An der bayernweiten „Fr1da“-Studie zur Früherkennung von Typ-1-Diabetes haben 100.000 Kinder teilgenommen. Das teilte heute das Ge­sund­heits­mi­nis­terin in Bayern mit. Die Studie wird dem
100.000 Kinder auf Typ-1-Diabetes in Bayern untersucht
15. Oktober 2019
Köln – Vor Lücken in der Versorgung von Kindern und Jugendlichen wegen des Spardrucks, der auf Kinderkliniken lastet, hat der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) gewarnt. „In der
Spardruck auf Kinderkliniken gefährdet Versorgung
15. Oktober 2019
New York – Mindestens jedes dritte Kind unter fünf Jahren – 200 Millionen Mädchen und Jungen weltweit – leidet unter den Folgen unzureichender oder schlechter Ernährung. Das geht aus einem heute in
Millionen Kinder leiden unter Ernährungsproblemen
11. Oktober 2019
Berlin – Der Bundestag muss sich mit der Forderung nach einem Rauchverbot in Autos mit Kindern und Schwangeren beschäftigen. Der Bundesrat beschloss heute, einen entsprechenden Gesetzentwurf ins
Bundestag muss sich mit Rauchverbot in Autos im Beisein von Kindern und Schwangeren beschäftigen
10. Oktober 2019
Boston – US-Forscher haben in einer „N-of-1“-Studie ein 7-jähriges Mädchen mit einer neuronalen Ceroid-Lipofuszinose mit einem Antisense-Oligonukleotid behandelt, das speziell für die Patientin
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER