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Medizin

Doxetacel: Krebsmedikament kann „betrunken“ machen

Montag, 23. Juni 2014

Rockville – Der in Infusionslösungen des Zytostatikums Doxetacel enthaltene Alkohol kann unmittelbar nach der Behandlung Trunkenheitssymptome auslösen. Die US-Arzneibehörde FDA rät den Patienten deshalb, nach einer Infusion für ein bis zwei Stunden nicht am Straßenverkehr teilzunehmen, keine Maschinen zu bedienen und andere Aktivitäten zu unterlassen, die ein volles Reaktionsvermögen erfordern.

Infusionslösungen von Doxetacel enthalten etwa 50 Prozent Alkohol, um den stark lipophilen Wirkstoff in Lösung zu halten. Beim Präparat Taxotere 160 mg/8 ml sind es immerhin 3,16 Gramm Ethanol pro Durchstechflasche, was laut Fachinformation 80 ml Bier oder 33 ml Wein entspricht.

Diese Menge kann, vor allem bei Patienten, die normalerweise keinen Alkohol trinken, durchaus leichte Symptome der Trunkenheit auslösen. Die Fachinformation von Taxotere weist zudem auf gesundheitliche Risiken hin, die sich bei Schwangeren, Stillenden, Kindern und Hochrisikogruppen, etwa Patienten mit Lebererkrankungen oder Epilepsie, ergeben können.

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Die FDA hat bei Recherchen im Adverse Event Reporting System (FAERS) und in der Literatur drei Fälle gefunden, in denen Ärzte eine Intoxikation ihrer Patienten berichtet hatten. Bei einem Patienten musste sogar die Infusionsgeschwindigkeit verlangsamt werden. Die FDA nimmt dies zum Anlass, die US-Fachinformationen zu überarbeiten.

In ihnen soll künftig deutlicher als bisher auf die Risiken hingewiesen werden, die sich aus den zentralnervösen Wirkungen von Ethanol ergeben können. In den deutschen Fachinformationen sind die Angaben nicht einheitlich. Einige weisen auf die Problematik hin, bei anderen fehlt jeder Hinweis. © rme/aerzteblatt.de

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