Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Frühe Zigarette am Morgen verstärkt Krebsrisiko

Dienstag, 24. Juni 2014

dpa

Bethesda – Nicht nur Rauchdauer, Rauchintensität und das Rauchen in jungen Lebens­jahren erhöhen das Lungenkrebsrisiko, sondern laut einer kürzlich veröffentlichten Studie des amerikanischen National Cancer Institute auch das Rauchen kurz nach dem Aufstehen. Das berichten Fangyi Gu und ihre Arbeitsgruppe im Journal of the National Cancer Institute (http://dx.doi.org/10.1093/jnci/dju118).

Die sogenannte Time to first Cigarette (TTFC) ist laut den Forschern zunächst nur ein Marker für die Nikotinabhängigkeit der Raucher. Dennoch geben einige Studien Hinwei­se, dass die TTFC auch das Lungenkrebsrisiko beeinflussen könnte. So konnte eine Arbeit an der Pennsylvania State University zeigen, dass Raucher, die innerhalb von fünf Minuten nach dem Aufstehen ihre erste Zigarette rauchten, doppelt so hohe Konzen­trationen des krebserregenden Nitrosamins NNAL in ihrem Urin aufwiesen als Raucher, die erst nach 60 Minuten ihre erste Zigarette rauchten. Eine andere Fall-Kontroll-Studie habe außerdem Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko durch den frühen Zigaretten­konsum gezeigt.

Die Wissenschaftler werteten in ihrer Studie jetzt retrospektiv Daten der „Genetics in Lung Cancer Etiology“ (EAGLE) Studie aus. Ein andere Forschergruppe des National Cancer Institute hatte die Daten der Fall-Kontroll-Studie in Italien zwischen 2002 und 2005 erhoben. Insgesamt 3.249 Raucher, davon 1.812 an Lungenkrebs erkrankt, konnten sie in die Studie einschließen.

Die Arbeitsgruppe um Gu untersuchte den Zusammenhang zwischen der Zeit bis zur ersten Zigarette am Morgen und dem Lungenkrebsrisiko unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren wie Rauchintensität, Rauchdauer, Rauchbeginn oder Begleiterkrankungen.

Raucher, die sich innerhalb der ersten fünf Minuten nach dem Aufstehen die erste Zigarette anzündeten, hatten ein wesentlich höheres Krebsrisiko verglichen mit Rauchern, die dies nach frühestens 60 Minuten taten (OR = 3,50). Sowohl das Rauchen innerhalb der ersten halben Stunde, als auch zwischen der ersten halben und vollen Stunde bedeutete für die Raucher ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko (OR = 2,27 und 2,57).

Die Arbeitsgruppe geht auf Grund ihrer Ergebnisse davon aus, dass sich die TTFC als ein Faktor für die Risikoabschätzung für Lungenkrebserkrankungen eignen könnte. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

dr.med.thomas.g.schaetzler
am Dienstag, 24. Juni 2014, 21:37

"Wer früher raucht, ist eher tot?"

Diese Studie: "Time to Smoke First Morning Cigarette and Lung Cancer in a Case–Control Study" von Fangyi Gu et al. ist ein alter Hut und deckungsgleich mit "Nicotine dependence phenotype, time to first cigarette, and risk of head and neck cancer von Joshua E. Muscat et al. in "Cancer" vom 8. August 2011; unter DOI: 10.1002/cncr.26235 publiziert.

Fall-Kontroll-Studien sind der Klassiker für die schnelle Veröffentlichung in hochrangigen Fachzeitschriften: Wenig Arbeit, kaum Recherche, bereits vorhandene Daten, wenig gedanklicher Aufwand, keine Experimente, relativ reißerische Neuigkeiten auf schwächstem wissenschaftlichen Erkenntnisniveau.

"Frühe Zigarette am Morgen verstärkt Krebsrisiko" bedeutet doch nur, dass sich die besonders stark abhängig inhalierenden Raucher nur früh morgens beeilen müssen, weil sie sonst ihr Tagespensum an "Kippen" nicht schaffen. Wie schon einmal gesagt, die gewonnenen Erkenntnisse erinnern massiv an eine Studie, nach der 100 Prozent aller Frauen zwischen 21 und 60 Jahren kriminell sind, weil die Befragungen bundesweit ausschließlich in Frauen-Haftanstalten durchgeführt wurden.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Nachrichten zum Thema

06.02.18
Regelmäßige Bewegung reduziert Komplikationen nach Lungenkrebs­operationen
Sydney – Regelmäßiges körperliches Training vor einer Operation bei Lungenkrebs kann die postoperative Komplikationsrate deutlich senken. Das berichten Wissenschaftler des Surgical Outcomes Research......
15.12.17
Experten sprechen sich für unterstützende und palliative Pflege in der Krebsbehandlung aus
Lugano – Mit einem Positionspapier hat die (ESMO) auf die wachsende Diskrepanz zwischen den Bedürfnissen von Krebspatienten und der tatsächlichen Anwendung patientenorientierter Pflege in der Praxis......
03.12.17
Lungenkrebs: Cross-Talk mit dem Knochen fördert Wachstum im Primärtumor
Boston – Noch bevor es zu Metastasen kommt, nehmen die Zellen eines nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) Kontakt zum Knochen auf. Die Krebszellen senden ein Signal an die Osteoblasten, die im......
24.11.17
Warum Lungenkrebs zur Luftnot führt und wie Viagra dies verhindern könnte
Bad Nauheim – Die Atemnot, unter der viele Lungenkrebspatienten leiden, wird nicht direkt durch das Tumorwachstum ausgelöst, das auf Atemwege und Gefäße drückt. Viele Patienten haben vielmehr eine......
12.10.17
Forschungsprojekt zur partizipativen Entscheidungsfindung in der Onkologie
Hamburg – Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) untersuchen in einem dreijährigen Forschungsprojekt, wie sich das Konzept der gemeinsamen Entscheidungsfindung von Arzt und......
09.10.17
Deutsch-polnisches Kinderkrebszentrum in Greifswald gegründet
Greifswald – Ein neues deutsch-polnisches Kinderkrebszentrum soll die Versorgung in der Grenzregion verbessern und den Kindern eine Therapie nach neuesten medizinischen Standards ermöglichen. Unter......
20.09.17
Pneumologen raten zur Lungenkrebs­behandlung in zertifizierten Zentren
Berlin – Auf Fortschritte bei der Diagnostik und Therapie von Lungentumoren hat die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hingewiesen. „Moderne Diagnostik und......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige