NewsÄrzteschaftKrankenhaus­hygieniker raten zu mehr Schulungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Krankenhaus­hygieniker raten zu mehr Schulungen

Dienstag, 24. Juni 2014

Berlin – Auf die Bedeutung von regelmäßigen Schulungen zur Hygiene im Krankenhaus hat der Leiter des Zentralbereiches für Krankenhaushygiene und Infektiologie am Universitätsklinikum Aachen, Sebastian Lemmen, hingewiesen. Lemmen ist auch Vizepräsident des zwölften Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin in Köln. Nach Angaben des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) ist die Infektionsgefahr in Kliniken in Deutschland geringer als in vielen Nachbarländern. Allerdings mangele es an geschulten Fachkräften, die Hygienestandards sicherstellten. Im europaweiten Vergleich liegt Deutschland hier auf den hinteren Plätzen.

Die Rate an in Krankenhäusern erworbenen Infektionen beträgt nach einer im vergangenen Jahr veröffentlichten ECDC-Studie etwa fünf Prozent. „Deutschland liegt damit deutlich unterhalb der durchschnittlichen Infektionsrate in Europa“, so Lemmen. Aufholbedarf sieht er vor allem bei der Händedesinfektion im Krankenhaus. Zwar hätten Kliniken durch Schulungen und die regelmäßige Erfassung des Verbrauchs von Händedesinfektionsmittel Fortschritte erzielt. „Bei dieser wichtigsten infektionsprä­ventiven Maßnahme liegt Deutschland insgesamt aber nur im europäischen Mittelfeld. Nur sorgfältig und regelmäßig geschultes Personal kann die notwendigen Standards zuverlässig einhalten“, betont er.

Anzeige

Auch das Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS), das seit 1997 noso­komiale Infektionen in deutschen Kliniken erfasst, trage zu einer Verbesserung der Krankenhaushygiene bei: Die Häuser, die am KISS teilnehmen, konnten laut Lemmen die am häufigsten vorkommenden nosokominalen Infektionen wie Harnwegsinfekte, Lungenentzündungen, Wundinfektionen oder Sepsis um bis zur Hälfte verringern. „Auch die Ansteckung mit dem multiresistenten Erreger MRSA reduzierte sich in den mit KISS ausgestatteten Krankenhäusern um durchschnittlich ein Drittel“, so der Experte. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

1. August 2019
Regensburg – Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) hat eine neue Abteilung für Krankenhaushygiene und Infektiologie eingerichtet. „Die Abteilungsgründung bietet uns neue Möglichkeiten, durch die
Neue Abteilung für Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Regensburg
30. Juli 2019
Freiburg – Antibiotikaresistente Stämme des fakultativen Humanpathogens Klebsiella pneumoniae – Auslöser unter anderem von Pneumonien und Sepsis - breiten sich einer Studie Freiburger Forscher zufolge
Krankenhäuser spielen Schlüsselrolle in Ausbreitung resistenter Pathogene in Europa
16. Juli 2019
Hamburg – In Hamburg sind im vergangenen Jahr 26 Menschen gestorben, deren Tod mit Krankenhauskeimen in Verbindung steht. Das war ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, als 69 solche Fälle
Weniger Todesfälle in Hamburg in Verbindung mit Krankenhauskeimen
8. Juli 2019
Regensburg – Wissenschaftler des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) haben zusammen mit dem Unternehmen RAS AG Regensburg eine antimikrobiell wirksame Oberflächenbeschichtung entwickelt und
Antimikrobiell wirksame Oberflächenbeschichtung entwickelt
18. Juni 2019
Aachen – Arbeitgeber dürfen das Tragen von langen, künstlichen und lackierten Fingernägeln aus Hygienegründen verbieten. Das entschied das Arbeitsgericht Aachen, wie es heute mitteilte (Az.: 1 Ca
Arbeitgeber dürfen Gelnägel aus Hygienegründen untersagen
18. Juni 2019
Genf/Köln – 2,2 Milliarden Menschen haben nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef und der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO kein sicheres Trinkwasser zur Verfügung. Davon hätten 785 Millionen
Milliarden Menschen haben kein sicheres Trinkwasser
12. Juni 2019
Köln – Im Zusammenhang mit dem Fund eines gefährlichen Erregers in einer Radiologiepraxis in Köln ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung in 28 Fällen.
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER