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Politik

G-BA will Substitutions­ausschlussliste bis August vorlegen

Dienstag, 24. Juni 2014

Berlin – Der unparteiische Vorsitzende des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA), Josef Hecken, hat angekündigt, bis Anfang August eine Substitutionsausschlussliste vorzulegen. Das Stellungnahmeverfahren sei gestern abgeschlossen worden, erklärte Hecken heute auf der Haupt­ver­samm­lung des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie in Berlin. Die Wirkstoffe, die in der Liste enthalten seien, seien dabei von niemandem kritisiert worden. Mit dem 14. SGB V-Änderungsgesetz hatten Union und SPD den G-BA damit beauftragt, erstmals bis zum 30. September 2014 eine Liste mit Arzneimitteln zu erstellen, die nicht im Rahmen von Rabattverträgen ausgetauscht werden dürfen.

„Im zweiten Aufschlag werden wir uns der Wirkstoffgruppe der Immunsuppressiva zuwenden“, so Hecken weiter. Grund dafür seien Probleme im Bereich der Organ­transplantation. „Wegen der Skandale in der Vergangenheit ist die Spendenbereitschaft zurückgegangen“, sagte Hecken. „Wir müssen auf immer schlechtere Organe zurück­greifen, und da die Patienten länger warten müssen, sind sie auch in einem schlechteren Zustand.“ Die kleinste Umstellung in der Anschlussmedikation könne dann dazu führen, dass es Komplikationen gebe. Weitere Wirkstoffe aus der nächsten Gruppe seien Wirk­stoffe zur Behandlung von Herzinsuffizienz, Antiepileptika, Schilddrüsenhormone und Opiate.

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Hecken wies darauf hin, dass Krankenkassen, Ärzte und Patientenvertreter die Liste nach einer sachlichen Diskussion gemeinsam erstellt hätten. Der G-BA werde sich aber auch genau die Meinung der Apotheker anhören. Insofern werde kein Wissen verloren­gehen. Hintergrund: Union und FDP hatten im Oktober 2012 den GKV-Spitzenverband und den Deutschen Apothekerverband damit beauftragt, eine Substitutions­aus­schlussliste zu verhandeln. Da sie sich nicht einigen konnten, wurde der G-BA mit der Erstellung der Liste beauftragt. © fos/aerzteblatt.de

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