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Uniklinik Dresden bündelt Therapie von Patienten mit Zwangsstörungen

Mittwoch, 25. Juni 2014

Dresden – Die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psycho­therapie am Universitätsklinikum Dresden verzahnt die ambulante und stationäre Betreuung von Patienten mit Tics- und Zwangsstörungen. Damit können die Patienten das Therapieprogramm der Klinik ohne zeitliche Verzögerungen und ohne Wechsel ihres Therapeuten durchlaufen.

Zwangserkrankungen von Kindern sind in einem frühen Stadium oft schwer zu erkennen. „Bis zur Einschulung kann es ganz normal sein, dass Kinder auf bestimmten Ritualen bestehen. Oft verschwinden diese so schnell wie sie kommen“, sagt der Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Veit Rößner.

Ein Warnzeichen sei, wenn die ganze Familie sich den Bedürfnissen des Kindes unterordnen müsse. Typische Zwänge drehen sich um die Körperhygiene, um das Essen oder die Ordnung. Als Beispiele nennt Oberärztin Jessika Weiß eine bestimmte Reihenfolge, in der die Familie ihre Wohnung verlassen muss oder zwanghaftes Waschen der Hände beziehungsweise anderer Körperteile, wodurch die Betroffenen das Badezimmer regelmäßig blockieren.

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Erste Behandlungsschritte erfolgen in der Regel ambulant, wobei es anfangs um die Diagnose geht. Angesichts des großen Mangels an Kinder- und Jugendpsychiatern bietet die Klinik Spezialsprechstunden für Kinder und Jugendliche an, in denen der Verdacht von Zwangs- und Tic-Störungen abgeklärt werden kann.

„Die Eltern sind von Anfang an eng in die Therapie eingebunden, damit das in der Klinik erarbeitete auch zu Hause umgesetzt wird“, so Weiß. Aber nicht in allen Fällen seien ambulante Therapien langfristig erfolgreich: Die Zwänge könnten mit so großen Angstgefühlen verbunden sein, dass nur eine stationäre Behandlung dem psychischen Leiden Einhalt gebieten könne: „Die Patienten müssen lernen, die Angst auszuhalten. Dabei erfahren sie, dass die von ihnen befürchteten Folgen ausbleiben“, erklärt die Oberärztin ein wichtiges Ziel der stationären Therapie.

Mit den neu etablierten Zentrumsstrukturen fällt der Wechsel auf die Station für die Patienten weniger abrupt aus. Sie behalten ihren Therapeuten als Bezugsperson. Diese Kontinuität schafft nicht nur Vertrautheit sondern erhöht laut den Dresdenern auch die Wirksamkeit der Therapie. © hil/aerzteblatt.de

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