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Medizin

Olmesartan: Keine kardiovaskulären Risiken

Mittwoch, 25. Juni 2014

Rockville – Die US-Arzneibehörde FDA hat ihre Sicherheitsbedenken gegen den Angiotensin-Rezeptorblocker Olmesartan zurückgezogen, die durch zwei Studien (ROADMAP und ORIENT) ausgelöst worden waren. Die Analyse weiterer Studien und die Auswertung von Medicare-Patienten hätten keine schlüssigen Hinweise darauf erbracht, dass der Wirkstoff bei Diabetikern vermieden werden sollte, heißt es in einer Drug Safety Communication.

Die ROADMAP-Studie (4.447 Teilnehmer) und die kleinere ORIENT-Studie (566 Teilnehmer) hatten untersucht, ob Olmesartan bei Diabetikern einer Mikroalbuminurie (ROADMAP) oder einem Nierenversagen (ORIENT) vorbeugen kann. In beiden Studien war Olmesartan in einer relativ hohen Dosis (bis 40 mg) eingesetzt worden. In beiden Studien kam es überraschend zu einer erhöhten Rate von kardiovaskulären Todesfällen (15 vs. 3 in ROADMAP, 10 vs. 3 in ORIENT), was im Juni 2010 eine Sicherheitsprüfung durch die FDA ausgelöst hat.

Die Arzneibehörde führte daraufhin epidemiologische Untersuchungen an Begünstigten der staatlichen Gesundheitsfürsorge für Senioren Medicare und der britischen Datenbank von Hausarztpatienten CPRD durch. In beiden war die Verordnung von Olmesartan in der höchsten Dosierung von 40 mg/die im Vergleich zu anderen Angiotensin-Rezeptorblockern bei Diabetikern erneut mit einer erhöhten Rate von Todesfällen assoziiert.

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Der Zusammenhang war bei den Medicare-Patienten signifikant, in der CPRD-Datenbank dagegen nicht. Bei Nicht-Diabetikern war der Einsatz von Olmesartan in der Medicare-Analyse dagegen mit einer signifikanten Verminderung des Sterberisikos assoziiert. Für die FDA ist dies ein nicht erklärbarer Widerspruch, der die Behörde daran zweifeln lässt, dass es bei Diabetikern ein Sicherheitsproblem für Olmesartan geben könnte.

Die Behörde ließ sich auch von einer Meta-Analyse der Hersteller beruhigen, nach der die erhöhte Sterblichkeit nur in den beiden Studien ROADMAP und ORIENT aufgetreten sei. Auch eine Analyse von Versichertendaten durch die Hersteller soll keinen Hinweis auf ein erhöhtes Risiko gefunden haben. Die FDA lehnte es deshalb ab, die Anwendung von Olmesartan bei Diabetikern einzuschränken. Die Ärzte wurden routinemäßig aufgefordert, bei den Patienten auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) zu achten und diese zu melden. © rme/aerzteblatt.de

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