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Medizin

FDA: Schwere allergische Reaktionen durch Akne-Externa

Freitag, 27. Juni 2014

Rockville – Bei der US-Arzneibehörde FDA häufen sich UAW-Meldungen zu topischen Aknemedikamenten. Die Reaktionen reichen von schweren Hautirritationen bis zum lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock. Eine Drug Safety Communication informiert Konsumenten und Ärzte über das seltene Risiko.

Beim „FDA Adverse Event Reporting System“ sind zwischen 1969 und Ende Januar 2013 131 UAW-Meldungen zu schweren Überempfindlichkeitsreaktionen eingetroffen, davon die Mehrzahl seit Beginn 2012. Die UAW-Meldungen betrafen zum einen lokale Reak­tionen am Applikationsort wie Hautirritationen, brennendes Gefühl, Rötung oder Derma­titis. Zum anderen kam es zum Anschwellen von Augen, Lippen, Zunge oder Gesicht, die manchmal von einer Rachenenge und Kurzatmigkeit begleitet waren. Todesfälle sind nicht aufgetreten, doch 44 Prozent der Patienten wurden wegen der Komplikationen hospitalisiert.

Wegen der respiratorischen oder kardiovaskulären Begleitstörungen stufte die FDA 50 der 131 Fälle (38 Prozent) als anaphylaktische Überempfindlichkeitsreaktionen ein. Die anderen 81 Fälle wurden aufgrund der fehlenden systemischen Reaktion als nicht-anaphylaktische Überempfindlichkeitsreaktion bewertet.

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Ungefähr 42 Prozent aller Überempfindlichkeitsreaktionen traten innerhalb weniger Minuten bis zu 24 Stunden nach der Anwendung auf. Etwa 43 Prozent der Patienten setzten daraufhin das Produkt ab, was bei drei Viertel zu einer Besserung der Beschwerden führte. Bei vier Personen kam es nach einer späteren erneuten Anwendung wieder zu einer Überempfindlichkeitsreaktion.

Für die FDA ist es nicht klar, ob die Reaktionen durch die Wirkstoffe (Benzoylperoxid oder Salicylsäure) oder durch die Zusatzstoffe oder durch beide Komponenten ausgelöst wurden. Die Behörde rät den Anwendern, die Behandlung mit kleineren Mengen an einzelnen Läsionen probeweise zu beginnen und im Fall einer Überempfindlichkeit die Applikation sofort zu beenden und medizinische Hilfe aufzusuchen. Die FDA stellt aber auch klar, dass es sich vermutlich um seltene Komplikationen handelt.

© rme/aerzteblatt.de

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