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Ärzteschaft

Ökonomie sollte dienendes Instrument der Medizin sein

Freitag, 27. Juni 2014

Frankfurt – Eine engere Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Wirtschaftsfachleuten forderte der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) auf der diesjährigen Frühjahrs­tagung der Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main zum Thema „Arzt oder Ökonom: Wer steuert unser Gesundheitswesen?“. „Ärzte und Wirtschaftsfachleute sollten an einem Strang ziehen, damit die Ökonomie ihre Funktion als dienendes Instrument der Medizin nicht überschreitet“, erklärte Frank Ulrich Montgomery im Rahmen der Podiumsdiskussion. Denn oft genug müssten sich Ärzte in Deutschland häufig genug vor den Managern für die Kosten ihrer Arbeit rechtfertigen.

„Medizin und Ökonomie schließen sich nicht aus“, so der BÄK-Präsident. Vielmehr sei es so, dass Ärzte und Ökonomen unterschiedlichen Logiken folgten: „In der Logik der Ökonomie muss mit geringem Aufwand die bestmögliche Leistung und Qualität erbracht werden“, verwies er.

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Dies widerspreche jedoch der Logik der Medizin. „Die muss das beste Ergebnis für den Menschen, unabhängig von ökonomischen Beschränkungen, erreichen“, hob Montgo­mery hervor. Ökonomie und marktkonformes Denken würden dann zu einem Problem, wenn die ökonomische Logik auf die Medizin angewandt würde, ergänzte der BÄK-Präsident. Montgomery forderte von den Ökonomen mehr Impulse für Lösungen und nicht ein kategorischen Nein.

Bernard gr. Broermann, Gründer der Asklepios Kliniken, betonte, die Ökonomie stehe nicht im nicht im Gegensatz zu guter Medizin. „Während Ärzte sich für das Leben des Patienten einsetzen, haben Ökonomen Interesse am Überleben des Krankenhauses“, so Broermann. Auch er forderte, dass beide Parteien zusammenarbeiten sollten.

Ursächlich für steigende Kosten im Gesundheitswesen seien die stark alternde Gesellschaft und der schnelle medizinisch-technische Fortschritt. Für den daraus entstehenden Kostendruck sei letztlich die Politik verantwortlich, so der Asklepios-Gründer. „Das Problem der Arbeitsverdichtung in deutschen Kliniken ist keine Entscheidung der Ökonomen“, verwies er.

Die Steuerung liege bei der Politik. Sie trage die Verantwortung für die geringe Vergütung pro Fall, fehlende Investitionen und die Kostendämpfungspolitik. Er beschränkte sich allerdings nicht darauf, mehr Geld im System zu fordern. Broermann plädierte für eine stärkere Verzahnung von ambulanter und stationärer Behandlung, die Vermeidung von Fehlbelegungen und mehr gesundheitliche Prävention jedes Einzelnen. © hil/aerzteblatt.de

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