NewsPolitikEinheitliche Sprachtests für ausländische Ärzte beschlossen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Einheitliche Sprachtests für ausländische Ärzte beschlossen

Freitag, 27. Juni 2014

Ausländische können im Goethe-Institut deutsch lernen  /dpa

Hamburg – Einheitliche Sprachtests für ausländische Ärzte, Zahnärzte und Apotheker haben die Länder-Ge­sund­heits­mi­nis­ter bei ihrem Treffen gestern und heute in Hamburg beschlossen. Die Mediziner und Pharmazeuten sollen künftig ein allgemeines Sprach­niveau auf dem Niveau „B2“ und ein Fachsprachenniveau der Stufe „C1“ nach dem Gemeinsamen europäische Referenzrahmen für Sprachen nachweisen.

„Wer als ausländischer Arzt, Psychotherapeut oder Apotheker in Deutschland tätig werden will, muss dafür über ausreichende Kenntnisse sowohl in der Umgangssprache als auch in der Fachsprache verfügen“, hieß es aus der Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz. Für die Überprüfungen der Sprachkenntnisse und Erteilung einer Approbation sind die Länder zuständig.

Anzeige

„B2“ bedeutet nach dem Referenzrahmen „gutes Mittelmaß“, „C1“ „fortgeschrittene Kenntnisse“. Ärzte, Zahnärzte und Apotheker müssten sich mit Patienten mühelos verständigen, Anamnesen erheben und über Vor- und Nachteile von Behandlungen und Behandlungsalternativen aufklären können, so die Minister. Gegenüber Fachkollegen müssten sie sich klar ausdrücken können, damit Fehldiagnosen und falsche Therapieentscheidungen aufgrund von Verständnisfehlern ausgeschlossen seien.  

Schon in diesem Frühjahr hatte die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) einheitliche Regelungen für den Berufszugang von Ärzten aus dem Ausland gefordert. Vorgaben zu Sprachkenntnissen und deren Nachweis sollten darin bundeseinheitlich und rechtsverbindlich festgelegt werden, so die BÄK in einer Stellungnahme.  

Die Fachsprachprüfungen für ausländische Ärzte bei den Lan­des­ärz­te­kam­mern anzusiedeln, forderte Ende Mai der 117. Deutsche Ärztetag in Düsseldorf. Die Prüfung an Sprachinstitute oder den Arbeitgeber zu delegieren „unterläuft die Sicherstellung eines standardisierten Sprachniveaus“, heißt es in dem entsprechenden Antrag. In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz führen die Lan­des­ärz­te­kam­mer bereits Fachsprachprüfungen durch. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

8. Oktober 2019
München – Die bayerische Lan­des­ärz­te­kam­mer (BLÄK) will für Mediziner aus Nicht-EU-Staaten die Prüfungsstandards erhöhen. Es brauche eine umfänglichere Facharztprüfung für Ärzte aus Drittstaaten, sagte
Bayerische Landesärztekammer plant strengere Prüfungen für Mediziner aus Nicht-EU-Staaten
6. September 2019
Münster – Die Zahl ausländischer Ärzte in Westfalen-Lippe ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Der Ärztekammer zufolge arbeiten 7.150 Ärzten mit ausländischer Staatsangehörigkeit 2018 in der
Mehr ausländische Ärzte in Westfalen-Lippe
21. August 2019
Wiesbaden – Immer mehr Menschen lassen sich bundesweit ihre im Ausland erworbenen Abschlüsse anerkennen. Fast zwei Drittel der Anerkennungen gingen auf das Konto von Gesundheits- und Pflegeberufen,
Ärzte und Pflegekräfte dominieren Zahl der anerkannten ausländischen Berufsabschlüsse
25. Juni 2019
Düsseldorf – Angesichts des dramatischen Fachkräftemangels besonders in der Pflege will die Landesregierung Nordrhein-Westfalen (NRW) die Anerkennungsverfahren für Gesundheitsberufe vereinfachen. Ab
Nordrhein-Westfalen vereinfacht Anerkennung ausländischer Gesundheitsberufe
4. Juni 2019
Nürnberg – Hochqualifizierte Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern entscheiden sich bei der Jobsuche im Ausland offenbar immer häufiger für eine Stelle in Deutschland. Im Jahr 2018 erteilten deutsche
Deutschland bei hochqualifizierten Zuwanderern immer beliebter
3. Juni 2019
Münster – Der 122. Deutsche Ärztetag hat seine Forderung aus dem vergangenen Jahr bekräftigt, dass Ärzte aus Drittstaaten (Nicht-EU-Ländern) „grundsätzlich“ ein drittes Staatsexamen absolvieren
Ausländische Berufsabschlüsse: Grundsätzlich drittes Staatsexamen angemahnt
14. Mai 2019
Berlin – Die Bundesregierung hält den Zuzug von Ärzten, Zahnärzten und Apothekern vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels im Gesundheitswesens für zwingend notwendig. Eine gelingende
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER