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Politik

Apotheker wollen mehr Patientenberatung anbieten

Freitag, 27. Juni 2014

Berlin – Die Apotheken wollen ihren Patienten künftig regelmäßige Beratungsgespräche zu vereinbarten Terminen anbieten und fordern dafür mehr Geld. So könne zum Beispiel ein Mal im Monat darüber gesprochen werden, wie die vom Arzt verschriebenen Medikamente wirkten und ob sie richtig angewendet würden, sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Apothekerverbände (ABDA), Friedemann Schmidt, der Welt vom Donnerstag. Auch die Ausstellung von Wiederholungsrezepten sei denkbar. Dies sei vor allem für chronisch Kranke interessant. Damit könnten auch die Ärzte entlastet werden, sagte Schmidt.

Die Mitgliederversammlung der ABDA hatte am Mittwoch ein Strategiepapier beschlossen, das auch eine Reform der Apotheker-Vergütung vorsieht. Die Grundvergütung orientiert sich bisher an der abgegebenen Medikamentenverpackung. Die Verbände fordern nun zusätzlich eine Vergütungstabelle ähnlich wie bei den Ärzten, über die dann neue Leistungen wie Patientengespräche abgerechnet werden könnten.

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Die Kassen wiesen die Forderungen zurück. „Zu den Kernaufgaben eines Apothekers gehört die gute Beratung der Patienten, und dafür werden sie bereits heute gut bezahlt”, sagte Florian Lanz, Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Kranken­versicherung (GKV), der Zeitung.

Auch die Ärzte reagierten skeptisch auf die Reformpläne. Die Grenzen zu den Kernkompetenzen des jeweils anderen dürften „nicht aufgeweicht werden", erklärte Andreas Gassen, der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Das Perspektivpapier "Apotheke 2030" soll nun beim Deutschen Apothekertag im September in München den Delegierten zur Abstimmung vorgelegt werden. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #70381
drexler
am Samstag, 28. Juni 2014, 07:16

Kernaufgabe

Ich bin eigentlich (früher) immer davon ausgegangen das es die Kernaufgabe eines Apothekers ist (studiert man nicht deshalb Pharmazie?) wie Medikamente wirken.
Allerdings ist schon lange die Kernaufgabe geworden zu verkaufen. Hier wird dann allerdings nach meiner persönlichen Erfahrung ein sehr großer Fehler gemacht: Es wird vergessen das es eine Dienstleistung ist, was vom dienen kommt. ...und zwar dem Kunden.
So werden aber die Kunden selten gesehen. Ich habe doch ein grundlegendes medizinisches Wissen und stelle immer wieder fest das auf spezielle Fragen nie adäquat geantwortet wird, sondern eher herablassend.

Auch bei Problemen mit einem Medikament waren die Erfahrungen mehr als negativ, einmal musste ich sogar die Apothekerkammer einschalten.

Ich fühlte mich nie als Kunde behandelt. Außerdem wird bei rein apothekenpflichtigen Artikeln der UAVP immer noch als Festpreis angesehen.

Ein paar der vielen Gründen das ich generell schon seit Jahren bei einer bekannten Versandapotheke bestelle.
Nicht falsch verstehen, ich würde liebend gerne den kompletten Bedarf in einer örtlichen Apotheke nehmen. Aber dazu muss erst mal ein Umdenken stattfinden, der derjenige wo rein kommt der Kunde ist und als solcher auch behandelt werden muß.
So lange ich aber nur widerwillig eine Apotheke betrete wird sich die Situation der Apotheken nicht ändern.
Die abstruse Forderung für die Beratung extra Geld zu bekommen spricht gegen ein umdenken.

Als Schlußwort möchte ich noch anbringen: Wenn man jetzt davon ausgeht das die Beratung/Service bei einer wesentlich günstigeren Versandapotheke gleich schlecht ist, der irrt.
Ich werde telefonisch kompetent, auf Augenhöhe und umfassend informiert. Fühle mich da tatsächlich noch als König Kunde.

Als Apell an Apotheker; Ärzte haben schon sehr lange verstanden das der Patient Partner ist und das "Halbgötter in weiß" abgelegt, bzw. war nie vorhanden.

Apotheker müssen das erst lernen, wobei das wegen den starren Strukturen und Standesgedanken schwer ist. Vielleicht in der nächsten Generation....
Avatar #114163
ares
am Freitag, 27. Juni 2014, 19:08

Partikularinteressen

Es gab vor einigen Jahren bereits den Versuch, seitens der Apotheker, veterinärmedizinische Pharmaka zu vertreiben. Da dies zu den Haupttätigkeiten der bestens pharmazeutisch ausgebildeten Tierärzte gehört, wurde es umgehend von diesen untersagt. Erfolgreich. Die ärztliche Beratung wird ohnehin schon katastrophal bezahlt. Nun soll sich diesen extrem wichtigen Bereich die Apotheker sichern und extra bezahlen lassen? Sollten wir diesen Vorstoss ungeahndet zulassen, haben wir Ärzte wirklich endgültig die Kontrolle über unseren Beruf verloren. Vom Verstand nicht zu reden.
LNS

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