NewsMedizinEbola, Mers und Chikungunya breiten sich aus
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Ebola, Mers und Chikungunya breiten sich aus

Freitag, 27. Juni 2014

Genf – Den westafrikanischen Staaten Guinea, Sierra Leone und Liberia ist es bisher nicht gelungen, die im Februar ausgebrochene Ebola-Epidemie zu stoppen. Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) fordert jetzt „drastische“ Maßnahmen. Auch die Mers-Epidemie in Saudi-Arabien schwelt vor Beginn des Fastenmonats Ramadan weiter vor sich hin, und Chikungunya breitet sich in der Karibik aus.

Die meisten Ebola-Epidemien, die seit 1976 dokumentiert wurden, waren heftig, aber kurz. Da das hämorrhagische Fieber rasch zum Tode führt und die Infizierten gemieden werden, konnten die Ausbrüche schnell gestoppt werden. Bei der aktuellen Epidemie ist dies nicht gelungen. Die Médecins Sans Frontières (MSF) berichteten in den letzten Tagen, dass die Krankheit inzwischen in 60 verschiedenen Orten aufgetreten ist.

Anzeige

Mit 599 Erkrankten, von denen 362 gestorben sind, ist die aktuelle Epidemie die bisher größte. Die MSF, die als bisher einzige Hilfsorganisation vor Ort ist, warnt, dass die Lage außer Kontrolle gerät und dass die 300 internationalen und nationalen Helfer in Guinea, Sierra Leone und Liberia dringend Unterstützung benötigen. Die WHO kündigte an, in den nächsten Tagen 150 Experten vor Ort zu entsenden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Außerdem ist für die nächste Woche ein Treffen mit Vertretern der drei betroffenen Länder geplant.

Die meisten Mers-Erkrankungen in Saudi-Arabien
Auch die Mers-Epidemie auf der arabischen Halbinsel konnte bisher nicht gestoppt werden. Nach den jüngsten Zahlen hat es weltweit bisher 707 labormedizinisch bestätigte Erkrankungen gegeben, darunter 252 Todesfälle. Die meisten Erkrankungen entfallen auf Saudi-Arabien. Eine Studie im New England Journal of Medicine konnte kürzlich zeigen, dass die Mers-Coronaviren von Kamelen auf den Menschen übertragen werden, doch nicht alle Patienten hatten Kontakte zu den Tieren oder anderen Patienten. Experten halten es für möglich, dass die Viren weiter verbreitet sind, als bisher ange­nommen. Gefährdet sind vor allem Personen mit Begleiterkrankungen. Die WHO rät vor allem Menschen mit Diabetes, Nierenerkrankungen, chronischen Lungenerkrankungen oder einer Abwehrschwäche zur Vorsicht.

Weniger für Schlagzeilen gesorgt hat in den letzten Monaten das Chikungunya-Fieber. Das Virus ist im Dezember 2013 erstmals in der Karibik aufgetreten. Von der französischen Hälfte der Insel St. Martin aus, hat es sich seither auf weitere Inseln und Länder der Karibik ausgebreitet. Laut der WHO hat es mehr als 180.000 Erkrankungen gegeben. Todesfälle sind anders als bei Ebola und Mers jedoch selten. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Oktober 2020
Insel Riems/Madison/Wisconsin – Der Erreger der Röteln, die erst seit 2 Jahrhunderten als Erkrankung bekannt sind, hat 2 enge Verwandte im Tierreich, die US-amerikanische und deutsche Forscher jetzt
Auch Rötelnvirus kommt aus dem Tierreich
21. Oktober 2020
Bristol/Helsinki/München – Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 nutzt anders als sein Vorgänger SARS-CoV-1 neben ACE2 einen weiteren Rezeptor zum Eintritt in die Zellen. Die Bindung an Neuropilin-1, die 2
Zweiter Rezeptor für SARS-CoV-2 erklärt breites Symptomspektrum von COVID-19
19. Oktober 2020
Peking – Während die meisten Hersteller in westlichen Ländern bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 auf moderne Proteinvakzinen oder auf rekombinante Viren beziehungsweise
SARS-CoV-2: Impfstoff aus inaktivierten Viren in Phase-1-Studie auch bei älteren Menschen immunogen
16. Oktober 2020
Silver Spring/Maryland – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat einen Antikörpercocktail der Firma Regeneron zur Behandlung von Ebola-Erkrankungen zugelassen. Der Hersteller hofft auf eine Signalwirkung
Signalwirkung für SARS-CoV-2? FDA lässt Antikörpercocktail für Ebola zu
9. Oktober 2020
Boston und Toronto – Die Befürchtung, dass die Immunität nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 nur von kurzer Dauer ist, scheint sich nicht zu bestätigen. In 2 Studien aus Kanada und den USA in Science
COVID-19: Protektive Antikörper auch nach Monaten noch in Blut und Speichel nachweisbar
9. Oktober 2020
Berkeley/Kalifornien – US-Forscher haben einen Schnelltest zum Nachweis von SARS-CoV-2 entwickelt, der auf der Genschere CRISPR beruht. Das handliche Gerät lieferte mit Unterstützung eines Smartphones
Genschere CRISPR erkennt SARS-CoV-2 in 5 Minuten
8. Oktober 2020
Boston – Eine frühere Infektion mit harmlosen Coronaviren, die in der Regel nur eine „Erkältung“ verursachen, hat in einer Studie im Journal of Clinical Investigation (2020; DOI: 10.1172/JCI143380)
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER