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Medizin

HIV-Neuerkrankungen: Anstieg bei Immigrantinnen

Montag, 30. Juni 2014

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Berlin – Im vergangenen Jahr wurde bei 3.265 in Deutschland lebenden Personen eine HIV-Infektion neu erkannt. Dies ist laut einem Bericht im Epidemiologischen Bulletin (2014; 26: 213-232) ein Anstieg der HIV-Inzidenz um 10 Prozent. Auffällig war ein Anstieg unter Immigranten und hier bei heterosexuellen Frauen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) weist darauf hin, dass eine Neudiagnose nicht mit einer Neuinfektion gleichzusetzen ist. Da die Infektion lange asymptomatisch verläuft können Jahre vergehen, bis sie gestellt wird, meistens anlässlich einer ärztlichen Untersuchung aus anderem Anlass. Es werden sich deshalb 2013 Menschen infiziert haben, deren Diagnose erst in einigen Jahren gestellt wird.

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Das Meldewesen in Deutschland ist außerdem nicht perfekt. Es gibt zahlreiche Meldungen mit unbekanntem Meldestatus, von denen etwa die Hälfte ebenfalls Neudiagnosen sein könnten. Das RKI schätzt deshalb, dass 2013 etwa 3.800 Personen in Deutschland neu mit HIV diagnostiziert worden sind. Dies wären circa 300 HIV-Neu­diagnosen mehr als die für das Vorjahr 2012 geschätzten HIV-Neudiagnosen.

Etwa die Hälfte der Neuinfektionen entfallen wie in den Vorjahren auf Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). In dieser Gruppe kam es 2013 nur zu einem geringen Anstieg. Zugenommen haben die Neuinfektionen vor allem bei Personen mit einem hetero­sexuellen Transmissionsrisiko (plus 18 Prozent). In dieser Gruppe stammt der größte Teil aus dem Ausland und hier vor allem aus Subsahara-Afrika. Viele der Neuinfektionen entfielen auf Frauen.

Das RKI sieht einen Zusammenhang mit der verstärkten Zuwanderung nach Deutschland sowie die Verdopplung der Asylbewerberzahlen gegenüber dem Vorjahr. Vor allem Migranten aus den Hochendemieländern in Subsahara-Afrika könnten das Virus nach Deutschland tragen (oder hier angekommen es von anderen Migranten erwerben).

Warum die Zunahme bisher nur bei Frauen, nicht aber auch bei Männern zu beobachten ist, sei unklar. Möglicherweise gebe es bei Frauen aus Subsahara-Afrika mehr Anlässe für HIV-Tests, etwa bei einer Schwangerschaft. Hinzu käme, dass Frauen häufiger zum Arzt gehen als Männer.

Das RKI befürchtet, dass es unter den Migranten viele nicht diagnostizierte HIV-Infek­tionen gibt. Der Nationale AIDS-Beirat hatte im März gefordert, den Zugang von Migranten zu ärztlicher Versorgung, Beratung und HIV-Therapie zu verbessern. © rme/aerzteblatt.de

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