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Niedrige Zahl von Pathologen erschwert innovative Brustkrebstherapie

Dienstag, 1. Juli 2014

Berlin – Brustkrebs wird in Deutschland immer frühzeitiger diagnostiziert, die Therapie hat sich in den letzten Jahren weiter verfeinert. Die Überlebenschancen liegen im internationalen Vergleich auf einem hohen Niveau. Das resümierte die Deutsche Gesellschaft für Senologie nach ihrer Jahrestagung, zu der über 2.500 Brustkrebs­spezialisten Ende Juni nach Leipzig gereist waren.

Ein Thema auf der Jahrestagung waren die neuen Möglichkeiten, die Tumoren zu differenzieren. „Tumor ist nicht gleich Tumor – diese Erkenntnis der letzten Jahre, die unterschiedliche Therapien ermöglicht, verdankt sich auch der Unterscheidung von Subtypen des Mammakarzinoms durch den Pathologen“, hieß es aus der Fachgesell­schaft.

Neue molekulargenetische Methoden ermöglichten es seit einigen Jahren, die Expression aller Gene im Tumorgewebe zu bestimmen. Mit der sogenannten Hoch­durchsatz-Sequenzanalyse könnten zusätzlich alle Mutationen im Tumorgewebe bestimmt werden. Das eröffne völlig neue Möglichkeiten der genetischen Analyse beim Mammakarzinom.

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„Statt der vier Tumortypen, die bisher unterschieden wurden, gehen wir nun von acht bis zehn unterschiedlichen molekularen Brustkrebstypen aus“, präzisierte Arndt Hartmann, Kongresspräsident 2014 und Direktor des Pathologischen Instituts am Universitäts­klinikum Erlangen. Diese Brustkrebstypen zuverlässig diagnostisch einzuordnen, sei eine Herausforderung in den kommenden Jahren.

„Wir wollen die Tumoren an ihrer gene­tischen Achillesverse packen“, so Hartmann. Allerdings erschwere die Bedarfsplanung die Arbeit der Pathologen erheblich. „Die Niederlassung ist nahezu unmöglich geworden und auf die niedrigste Zahl von Patho­logen pro Einwohner (1:60.000!) in Europa eingefroren“, kritisierte der Präsident der Fachgesellschaft. © hil/aerzteblatt.de

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