Politik

Viele Versicherte haben noch keine elektronische Gesundheitskarte

Mittwoch, 2. Juli 2014

Berlin – Sechs bis acht Prozent der gesetzlich krankenversicherten Patienten nutzen noch nicht die die neue elektronische Gesundheitskarte (eGK). Der Stand des „Rollout“ der eGK liege momentan bei 91 und 93 Prozent, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, heute im Gesundheits­ausschuss des Bundestages. Viele Versicherte hätten immer noch keine neue Karte beantragt oder kein Foto eingeschickt.

Dennoch solle Anfang 2015 die Einführung der Karte komplett umgesetzt sein. Problematisch könnte es nochmals werden, wenn im Herbst Patienten mit alter, aber gültiger Karte kämen und damit nicht mehr abgerechnet werden könnten, sagte Gassen. Immerhin seien im vierten Quartal 2013 noch 19 Millionen Behandlungsfälle mit der alten Karte registriert worden.

Anzeige

Übergangsregelung geplant
Daher werde gerade eine Kompromisslösung erarbeitet. Geplant sei, für das letzte Quartal 2014 eine Übergangsregelung für die alten Karten zu finden und die Versicherten seitens der Ärzte und Kassen nochmals auf die Notwendigkeit der neuen Karte hinzuweisen, so dass dann am Ende des Jahres „wirklich Schluss“ sei mit der alten Karte.

Bestimmte technische Fragen seien aus Sicht der KBV noch nicht gelöst. So müsse es für die neuen Karten künftig regelmäßig Sicherheits- und Software-Updates geben. Das könne nicht über die Arztpraxen laufen, und für die Kassen wäre ein regelmäßiger Einzug der Karten sicher mit erheblichen Kosten verbunden. Noch sei unklar, welche Lösungen die Industrie dafür präsentieren werde und wie die kontinuierliche technische Aktualisierung der eGK zu gewährleisten sei.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hatte auf dem Hauptstadtkongress angekündigt, noch in diesem Jahr einen Entwurf für ein E-Health-Gesetz vorzulegen. Die Rahmenbedingungen für die Telematikinfrastruktur solle konkretisiert werden, um den Prozess zu beschleunigen, so der Minister. © hib/EB/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

24.02.17
Berlin – Die Videosprechstunde kann ab April als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) abgerechnet werden. Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband haben sich im......
22.02.17
Schmerztherapie: TK fordert, Wirksamkeit digitaler Angebote zu prüfen
Berlin – Eingebettet in ein medizinisches Versorgungskonzept können digitale Angebote die ärztliche Therapie bei Schmerzpatienten aber auch anderen chronischen Krankheiten unterstützen. Ob......
22.02.17
Berlin – Im Streit um die Frage, ob die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) selbst Praxisverwaltungssoftware oder Module herstellen darf, hat der Hersteller mediatixx sich an drei Ministerien......
21.02.17
Lübeck – Die Universität zu Lübeck und das US-amerikanische Internettechnologieunternehmen Cisco haben den gemeinsamen Aufbau des „Centers for Open Innovation in Connected Health“ vereinbart. Vor dem......
20.02.17
Würzburg – Die Unikliniken in Würzburg und Regensburg kooperieren künftig in der Erforschung, Diagnose und Therapie seltener Erkrankungen. Geplant seien insbesondere gemeinsame Videokonferenzen, in......
15.02.17
Dresden – Die Nachsorge von Schlaganfallpatienten in Ostsachsen mit Hilfe von Telemedizin wird ausgeweitet. Wie das sächsische Gesundheitsministerium heute mitteilte, wird das Projekt „Integration der......
15.02.17
Hamburg – Krebspatienten sollen in allen sieben Hamburger Asklepios-Kliniken künftig von einem virtuellen Tumorzentrum betreut werden. Zu dem Zentrum gehören mehr als 200 Chef- und Oberärzte der......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige