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Politik

Baden-Württemberg: Krankenhäuser warnen vor Bettenabbau

Mittwoch, 2. Juli 2014

Stuttgart – Eine schlechtere Versorgung, längere Fahrten und Wartezeiten: Die Krankenhäuser befürchten große Nachteile für Patienten, wenn der Abbau von Betten weitergeht. „Der Automatismus, nach dem Strukturanpassung automatisch Bettenabbau bedeutet, ist falsch“, sagte der Chef der Baden-Württembergischen Krankenhaus­gesellschaft (BWKG), Thomas Reumann, heute in Stuttgart.

Damit reagierte er auch auf Appelle des Bundes, Kapazitäten zu verringern. Selbst wenn der Status quo erhalten bleibe, hätten die Patienten schon in wenigen Jahren mit Unannehmlichkeiten zu rechnen, prognostizierte der Reutlinger Landrat.

Baden-Württemberg liege mit 538 Betten je 100.000 Einwohner und Krankenhauskosten von 782 Euro pro Einwohner in Sachen Kosteneffizienz bundesweit bereits an der Spitze, argumentierte Reumann. Nach einer Studie werde die Zahl der Krankenhausfälle bis 2030 jährlich um 0,8 Prozent zunehmen; das sei ein Plus von 393.000 Fällen im Vergleich zu heute. Grund ist die Alterung der Gesellschaft.

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Reumann schlug vor, bei der Krankenhausplanung einen Demografie-Check einzuführen. Dabei sei zu fragen, wie der Bedarf sich in den kommenden fünf bis zehn Jahren entwickele. Er erinnerte daran, dass der Zugang zu stationärer Behandlung auch zur Daseinsvorsorge gehöre, insbesondere in ländlichen Gebieten.

Er bedauerte, dass Baden-Württemberg nicht der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Krankenhausreform angehöre. Anders als viele andere in dem Gremium vertretene Bundesländer hätten die Krankenhäuser hier schon ihre „Hausaufgaben“ erledigt, betonte Reumann mit Blick auf bisherige Einsparungen. © dpa/aerzteblatt.de

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