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Ärzteschaft

Sachsen-Anhalt: Förderprogramm für mehr Hausärzte erweitert

Donnerstag, 3. Juli 2014

Magdeburg – Um der drohenden Unterversorgung mit Hausärzten langfristig zu begeg­nen, greift die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA) Studenten und jungen Ärzten finanziell jetzt noch stärker unter die Arme. Das bestehende Förderpro­gramm wurde zum 1. Juli erweitert, etwa durch eine finanzielle Förderung im Abschnitt Allgemeinmedizin des praktischen Jahres und auch der ausbildenden Lehrpraxen, teilte die KVSA heute in Magdeburg mit.

Zusätzlich sollen jetzt unter anderem zwei Studienplätze an einer deutschen Universität und Eigeneinrichtungen der KVSA in Gegenden gefördert werden, in denen eine Nachbesetzung eines Vertragsarztsitzes nicht gelingt. Für die Mehrinvestitionen stünde pro Jahr ein Strukturfonds in Höhe von 1,4 Millionen Euro bereit, der von KVSA und Krankenkassen gefüllt werde.

Perspektivisch fehlen 825 Hausärzte
Das aufgelegte Zusatzpaket sei notwendig, um mehr Studenten und junge Mediziner für den Hausarztjob zu begeistern – gerade auf dem Land. Schon jetzt gebe es Stipendien­programme der Kassenärztlichen Vereinigung, bei denen die Nachwuchsmediziner Geld bekommen und sich im Gegenzug verpflichten, erst einmal zwischen Havelberg und Zeitz zu praktizieren. Genau dort, wo eben gerade kein Hausarzt für die immer älter werden­den Menschen da ist. „Im ersten Halbjahr haben wir dafür schon 95.000 Euro ausgegeben“, sagte John.  Bei perspektivisch 825 fehlenden Hausärzten im Land bis 2025 müssten alle Register gezogen werden, sagte John.

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Bestimmte Abschnitte des Medizinstudiums besonders gefördert
Neu sei, dass nun bestimmte Abschnitte des Medizinstudiums besonders gefördert werden. Zwei Beispiele: Im letzten Jahr des Medizinstudiums steht das praktische Jahr an. Für das Vierteljahr in der Allgemeinmedizin gibt es künftig 597 Euro monatlich. Oder: Entscheidet sich ein Student dafür, sein zweiwöchiges Blockpraktikum Allgemeinmedizin nicht in Magdeburg und Halle, sondern auf dem Land zu absolvieren, dann wird das belohnt. „Liegt der Praxissitz mehr als 20 Kilometer von der Uni entfernt, gibt es 250 Euro“, sagte John. Für bis zu 20 Kilometer gebe es 150 Euro.

Nach KVSA-Angaben arbeiten aktuell in Sachsen-Anhalt rund 1.400 Hausärzte, die im Durchschnitt 54 Jahre alt sind. Der Hausarztjob gilt als finanziell unattraktiv, viele Studenten entscheiden sich dagegen. John zufolge dauert es 11 bis 13 Jahre, bis ein Student als Allgemeinarzt arbeiten kann. © dpa/EB/aerzteblatt.de

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