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Ausland

Ebola-Krisensitzung einigt sich auf länderübergreifende Strategie

Freitag, 4. Juli 2014

Accra – Die Behörden zahlreicher westafrikanischer Staaten wollen die schwere Ebola-Epidemie mit einer länderübergreifenden Strategie und einem umfassenden Maß­nahmen­paket bekämpfen. Darauf einigten sich afrikanische Gesundheitsminister und internationale Experten am Donnerstagabend nach einer zweitägigen Krisensitzung in Ghana.

„Es ist Zeit für konkrete Aktionen, um das Leiden und die Todesfälle, die Ebola verursacht, zu einem Ende zu bringen und eine weitere Ausbreitung zu vermeiden“, sagte der Afrikadirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Luis Gomes Sambo. Das Virus war im März in Guinea erstmals aufgetreten. Kurze Zeit später wurden in Liberia und Sierra Leone erste Fälle registriert. Experten fürchten, dass die Seuche auch andere Länder erreichen könnte.

Zunächst werde die WHO ein „subregionales Kontrollzentrum“ in Guinea eröffnen, das als Koordinationsplattform im Kampf gegen die Krankheit dienen soll und mit allen wichtigen Partnern zusammenarbeitet, hieß es in einer Mitteilung. Zudem sollen ab sofort Politiker, angesehene Gemeindemitglieder und religiöse Anführer in Aufklärungskampagnen eingebunden werden.

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Viele Menschen in Westafrika sind verunsichert, weil sie die Seuche nicht kennen. Sie misstrauen den Ärzten und verstecken Familienangehörige mit Ebola-Symptomen in ihren Häusern. Zudem werden weiterhin Beerdigungen durchgeführt, bei denen die Toten noch einmal gewaschen oder umarmt werden. Experten sehen Aufklärung als eine der wichtigsten Maßnahmen, um das Virus einzudämmen.

Auch die Entsendung von weiterem qualifizierten Personal, der Austausch mit Ländern, die in der Vergangenheit Ebola-Ausbrüche verzeichnet hatten, die aktive Suche nach Erkrankten sowie ihren Kontaktpersonen und die Bereitstellung von mehr Geld seitens der Regierungen sind Teil der Strategie. Zudem müsse die Forschung vorangetrieben werden, hieß es.

Das Auswärtige Amt bekräftigte seine Unterstützung im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus. „Wir müssen alles daran setzen, um die Menschen in Westafrika bei der Bekämpfung des Ebola-Virus zu unterstützen und seine Ausbreitung zu verhindern”, sagte Staatsministerin Maria Böhmer (CDU). Insgesamt unterstütze das Auswärtige Amt den Kampf gegen die Ausweitung des Virus in Westafrika mit 760.000 Euro.

Qualifiziertes medizinisches Personal dringend notwenig
Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen” begrüßte die geplanten Maßnahmen. Nun müssten alle Konferenzteilnehmer die Beschlüsse schnell umsetzen, erklärte die Brüsseler Notfallkoordinatorin der Organisation, Marie-Christine Ferir. Qualifiziertes medizinisches Personal werde dringend benötigt; es müssten Schulungen zur Behandlung von Ebola organisiert und die Nachverfolgung von Verdachtsfällen sowie die Aufklärung verstärkt werden.

Nach Einschätzung der Hilfsorganisation werden bisherige Schutzvorkehrungen von der Bevölkerung teils nicht akzeptiert. Die Helfer in ihren Schutzanzügen lösten Ängste bei den Menschen aus. „Patienten verstecken sich, Menschen, die Kontakt hatten, verschweigen das, und damit kommt es immer wieder zu neuen Ausbruchherden.” © dpa/kna/aerzteblatt.de

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