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Medizin

Zöliakie: Ausgeprägte Umwelteinflüsse bei hohem genetischen Risiko

Freitag, 4. Juli 2014

Lund – Mehr als ein Viertel aller Kinder, die homozygot auf die Variante DR3–DQ2 des Immun-Gen HLA sind, entwickeln bis zum 5. Lebensjahr Autoantikörper, die auf den Beginn einer Zöliakie hinweisen. Das Risiko war in einer internationalen Kohortenstudie im New England Journal of Medicine (2014; 371: 42-49) jedoch von Land zu Land stark verschieden.

Die Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung mit einer hohen genetischen Prädisposition. Verursacher der Erkrankung sind Autoantikörper gegen das Gluten-Eiweiß Gliadin, aber auch gegen das Enzym Gewebetransglutaminase. Obwohl die meisten Menschen Getreideprodukte mit Gluten verzehren, ist die Erkrankung zu über 90 Prozent auf Träger der HLA-Gene DR3–DQ2 oder DR4–DQ8 beschränkt.

Wie viele dieser Menschen wann die ersten Zöliakie-Antikörper (CDA, Celiac Disease Autoimmunity) bilden, konnte das Team um Daniel Agardh von der Universität Lund an den Teilnehmern einer Studie zur Entwicklung des Typ 1-Diabetes untersuchen. Die „Environmental Determinants of Diabetes in Youth consortium“ oder TEDDY-Studie hatte in den USA, in Schweden, Finnland und Deutschland bei mehr als 400.000 Säuglingen eine Untersuchung der HLA-Eigenschaften vorgenommen, um danach jene mit bestimmten HLA-Varianten weiter zu beobachten. 

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Da der Typ 1-Diabetes teilweise mit den gleichen HLA-Genen assoziiert ist, konnte Agardh auch die Entwicklung von 6.403 Kindern mit den HLA-Merkmalen DR3–DQ2 oder DR4–DQ8 verfolgen. Bis zum 5. Geburtstag konnten die Forscher bei 12 Prozent der Kinder eine CDA diagnostizieren. Von den Kindern, die homozygot auf die Genvariante DR3-DQ2 waren, hatten sogar 26 Prozent Autoantikörper. Bereits 12 Prozent der auf DR3–DQ2 homozygoten Kinder waren an einer Zöliakie erkrankt, was bei vielen durch Darmbiopsien bestätigt wurde. Bei einer Heterozygotie auf DR3–DQ2 hatten 11 Prozent Antikörper und 3 Prozent waren erkrankt. Kinder mit einer Homozygotie auf DR3–DQ2 haben demnach ein zweieinhalbfach erhöhtes Risiko eine CDA und später vermutlich eine Zöliakie zu entwickeln als Kinder mit anderen Risikogenen.

Die Gene sind allerdings nicht der einzige Faktor, der die Entwicklung von CDA und Zöliakie beeinflusst. Die Studie zeigte beispielsweise, dass Kinder in Schweden fast doppelt so häufig wie Kinder aus den USA erkranken, selbst wenn sie die gleichen Risikogene tragen. Der Grund hierfür ist nicht bekannt. Agardh vermutet ihn aber in der Dauer des Stillens und in dem Zeitpunkt, an dem die Kinder zuerst mit Gluten exponiert werden.

In Schweden stillen die Mütter zwar tendenziell länger als in den USA, sie füttern allerdings relativ früh mit Zerealien zu, in denen Gluten enthalten ist. Ob dies der Grund für die starke Zunahme der Zöliakie ist, zu der es seit Mitte der 80er Jahre in Schweden gekommen ist, muss noch untersucht werden. In Deutschland war die Prävalenz der CDA etwas höher als in den USA, die Erkrankung selbst tritt jedoch nicht häufiger auf, wobei sich die Angaben nur auf Kinder mit den beiden Risiko-Genen beziehen. 

Ein Gentest bei allen Neugeborenen erscheint übrigens nicht sinnvoll, da auch 30 Prozent aller Menschen, die nicht an Zöliakie erkranken die HLA-Varianten haben und diese Gruppe zahlenmäßig sehr viel größer ist. An einer Zöliakie erkranken weniger als 1 Prozent der Bevölkerung. Von der Zöliakie zu unterscheiden ist die Gluten-Intoleranz, bei der es nicht zur Bildung von Autoantikörpern kommt. © rme/aerzteblatt.de

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Daniela Esser
am Samstag, 5. Juli 2014, 12:56

Zöliakie

Also wer auf Nummer sicher gehen will, dass es sich weder um Gluten- noch um Laktoseintoleranz handelt, dem kann ich nur die neuen Gentests empfehlen, die man mittlerweile sogar bei Amazon bekommt. Ich glaube die heißen humasense oder so, aber nagelt mich nicht fest. Die bieten auf jeden Fall für beide Arten Tests an. Für mich war das super praktisch, weil ich mit den Kindern und dem Job schon genug zu tun habe.

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