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Medizin

Schwere Clostri­dium-difficile-Infektionen nehmen zu

Montag, 7. Juli 2014

/CDC

Berlin – Die Zahl der schwer verlaufenden Clostridium-difficile-Infektionen, die seit 2007 meldepflichtig sind, hat im letzten Jahr erneut zugenommen, obwohl die Ärzte nach einer Einschätzung im Epidemiologischen Bulletin (2014; 27: 233-237) nur einen Teil der Erkrankungen melden.

C.-difficile-Infektionen (CDI) sind eine häufige Folge der Antibiotika-Anwendung und in der Regel selbstlimitierend. Vor allem bei älteren Patienten kann es jedoch zu schweren Verläufen kommen. Die Zahl der Erkrankungen hat zugenommen und seit 2002 wurden zunächst aus Nordamerika, später aus verschiedenen europäischen Ländern größere nosokomialen Ausbrüche gemeldet, die mit einem neuen “hypervirulenten“ Ribotyp in Verbindung gebracht werden.

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Im Herbst 2007 zeigte eine Ausbruchsuntersuchung in Rheinland-Pfalz, dass dieser Ribotyp 027 in der Region Trier bereits endemisch verbreitet war. Daraufhin verständigte sich das Robert Koch-Institut (RKI) mit den Referenten für Infektionsschutz der Länder darauf, schwer verlaufende CDI als bedrohliche Krankheit mit Hinweis auf eine schwerwie­gende Gefahr für die Allgemeinheit zu werten.

Seither sind Ärzte nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) verpflichtet, alle schweren Erkrankungen zu melden, und zwar unabhängig davon, ob der Ribotyp 027 nach­gewiesen wurde oder nicht. Damals wurden vier Kriterien festgelegt (Wieder­aufnahme aufgrund einer rekurrenten Infektion; Verlegung auf eine Intensivstation zur Behandlung der CDI; Kolektomie nach Komplikation; Tod innerhalb von 30 Tagen), von denen nur eines erfüllt sein muss, um eine Meldung auszulösen.

Von den im letzten Jahr gemeldeten Fällen wurden vom RKI nach einer Einzelfallbe­wertung 1.122 als schwere CDI eingestuft. Dies war gegenüber 2012 (798 Fälle) und den Jahren davor ein Anstieg, wobei das RKI nicht sicher ausschließen mag, dass ein Teil der Zunahme allein auf ein verbessertes Meldeverhalten der Ärzte zurückzuführen ist.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Infektionskrankheiten gibt es bei der schweren CDI keine zusätzliche Labormeldepflicht und das RKI vermutet deshalb, dass viele Fälle nicht gemeldet werden. Bei den Ärzten seien der Meldetatbestand beziehungsweise die Meldekriterien möglicherweise nicht hinreichend bekannt, heißt es hierzu im Epidemio­logischen Bulletin. Als Indiz wird der hohe Anteil der Todesfälle gewertet, auf die mehr als die Hälfte (659 oder 59 Prozent) der Meldungen entfiel.

Die Auswertung der Meldungen zeigt, dass schwere CDI vor allem bei älteren Patienten auftreten. Nur 9 Erkrankte (0,8 Prozent) waren jünger als 40 Jahre. Der Häufigkeitsgipfel lag laut RKI bei den über 79-Jährigen. Von den 659 Todesfällen waren nur 20 Patienten (3 Prozent) unter 60 Jahre alt. Die meisten schweren CDI wurden durch den Ribotyp 027 ausgelöst. © rme/aerzteblatt.de

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