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Politik

Sechs Millionen Menschen arbeiten in der Gesundheits­wirtschaft

Dienstag, 8. Juli 2014

dpa

Berlin – Mit sechs Millionen Menschen arbeiteten im Jahr 2012 knapp 15 Prozent aller Beschäftigten in der Gesundheitswirtschaft. Im Jahr 2005 waren es noch 5,3 Millionen. Das ist eines der Ergebnisse des Projektes „Vom Gesundheitssatellitenkonto zur Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung“, das das WifOR-Institut mit Partnern im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) durchgeführt hat. Seit 2005 stieg die Zahl der Beschäftigten in der Gesundheitsbranche zudem um 1,8 Prozent pro Jahr an und damit doppelt so schnell wie in der Gesamtwirtschaft.

Der Geschäftsführer des WifOR-Instituts, Dennis A. Ostwald, wies jedoch heute bei der Präsentation der Ergebnisse in Berlin darauf hin, dass bis 2030 rund 700.000 Vollzeitstellen für Fachkräfte in der Gesundheitsbranche fehlen könnten. Der ärztliche Fachkräftemangel werde dabei ein wenig überbewertet, fehlen würden in erster Linie Fachkräfte in der Alten- und Krankenpflege.

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„Jeder neunte Euro des Bruttoinlandsproduktes wird in der Gesundheitswirtschaft erarbeitet“, erklärte Ostwald weiter. Die Bruttowertschöpfung sei zwischen 2006 und 2011 in der Branche um 3,8 Prozent angestiegen und damit fast doppelt so stark wie in der Gesamtwirtschaft. Selbst als das Ergebnis die Gesamtwirtschaft im Krisenjahr 2009 um 3,8 Prozent gesunken sei, sei die Gesundheitswirtschaft um 2,5 Prozent gewachsen. So habe die Branche in den vergangenen Jahren einen Paradigmenwechsel erlebt und werde heute nicht mehr als Kostentreiber gesehen.

Auch die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundeswirtschaftsminister, Iris Gleicke, betonte, die Gesundheitswirtschaft sei einer der größten Wirtschaftssektoren in Deutsch­land und zudem eine hoch innovative Branche mit deutlichen Ausstrahlwirkungen auf andere Bereiche. Wichtigstes Ziel der Gesundheitswirtschaft sei jedoch nicht die Produktion von immer mehr Medikamenten und die Durchführung von immer mehr Operationen. Vielmehr gehe es „um die Verbesserung unserer Gesundheit, um die Vermeidung und Behandlung von Krankheiten“.

Markus Schneider, Geschäftsführer der BASYS Beratungsgesellschaft, die für das BMWi zusammen mit anderen Partnern die Studie „Messung der Produktivitätsentwicklung der Gesundheitswirtschaft“ verfasst hat, unterstrich die Bedeutung des medizinisch-technischen Fortschritts, der die Produktivität und die Wertschöpfung erhöhe und dadurch die Einnahmebasis der Sozialversicherung verbessere.

Schneider wies auch darauf hin, dass das Wachstum der Gesundheitswirtschaft von gesetzlichen Eingriffen beeinträchtigt werde. Es sei spürbar durch die Kosten­dämpfungsgesetze 2002 und 2010 gebremst worden. Dennoch habe es die Gesamtwirtschaft in der Finanzkrise stützen können.

„Wir empfehlen, den Imagewandel der Gesundheitswirtschaft als Wachstumsbranche weiter zu stärken“, schloss Schneider, „und gesundheitspolitische Eingriffe auf ihre wirtschaftlichen Implikationen zu prüfen.“ © fos/aerzteblatt.de

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