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Hilfsnetzwerk für Opfer häuslicher Gewalt bewährt sich

Donnerstag, 10. Juli 2014

Hannover – Ein positives Fazit ihrer bislang zweijährigen Arbeit hat das Netzwerk „ProBeweis“ in Niedersachsen gezogen. Das am Institut für Rechtsmedizin der Medizi­nischen Hochschule Hannover (MHH) angesiedelte Modellprojekt unterstützt Opfer von häuslicher Gewalt und Sexualstraftaten. „187 Fälle in zwei Jahren verdeutlichen, dass das Projekt für Opfer von sexueller oder häuslicher Gewalt richtig und notwendig ist“, sagte Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD). Jetzt gehe es darum, Wege zu finden, diese Form des Beweisschutzes in Niedersachsen, aber auch bundesweit dauerhaft als feste Hilfe zu verankern, sagte die Ministerin.

Schätzungen zufolge wird jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal im Leben Opfer häuslicher Gewalt oder einer Sexualstraftat. Die meisten dieser Übergriffe geschehen im engen sozialen Umfeld, meist durch den Ehe- oder Lebenspartner. Die Betroffenen haben eine hohe Hemmschwelle, ihre Rechte wahrzunehmen und bei der Polizei eine Anzeige zu erstatten.

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Falls sie sich doch zu dem Schritt entscheiden, ist für eine erfolgreiche Strafverfolgung aber eine zeitnahe und gerichtsverwertbare Beweissicherung notwendig. „ProBeweis“ bietet Betroffenen in 15 Städten in Niedersachsen die Möglichkeit, Verletzungen dokumentieren und Spuren sichern zu lassen – ohne sofort eine Strafanzeige erstatten zu müssen. Das Niedersächsische Sozialministerium finanziert das Projekt insgesamt drei Jahre lang.

„Wir freuen uns, dass eine kostenfreie, gerichtsfeste Dokumentation von Verletzungen und Spurensicherung nach sexueller und häuslicher Gewalt inzwischen in ausgewählten Partnerkliniken in 15 Städten möglich ist“, betonte Michael Klintschar, Direktor des MHH-Instituts für Rechtsmedizin. Außer in Hannover gibt es derzeit Ambulanzen in Aurich, Braunschweig, Göttingen, Lüneburg, Meppen, Northeim, Oldenburg, Osnabrück, Papenburg, Stade, Uelzen, Vechta, Verden und Wolfsburg. © hil/aerzteblatt.de

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