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Medizin

Minimalinvasive Operationen in den USA nicht überall etabliert

Montag, 14. Juli 2014

Baltimore – Der Gebrauch von minimalinvasiven Verfahren ist in den USA nicht überall verbreitet. Forscher der Johns Hopkins University stellten dies in einer großen Querschnittsstudie mit mehr als 1.000 amerikanischen Krankenhäusern fest. Martin Makary veröffentlichte die Ergebnisse mit seiner Arbeitsgruppe im britischen Ärzteblatt (http://dx.doi.org/10.1136/bmj.g4198).

Minimalinvasive Verfahren erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und sind für bestimmte Eingriffe bereits der Goldstandard. Je nach Operation und Risiko des Patienten stellen sie das komplikationsärmere Verfahren dar. Die Forscher berichten, dass in den USA jährlich Kosten von etwa 25 Milliarden Dollar durch operative Komplikationen entstehen.

Dennoch seien bisher viele Krankenhäuser für die Verfahren nicht entsprechend ausge­stattet. Vorlieben und Erfahrungen des Operateurs können laut der Arbeitsgruppe ebenfalls ein Grund für die Bevorzugung bestimmter Verfahren sein. Mit Hilfe ihrer Studie wollten sie ein Bild der gegenwärtig angewendeten Operationsmethoden zeichnen.

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Die Forscher schlossen 1.051 US-amerikanische Kliniken in 45 Bundesstaaten in ihre Studie ein. Sie konzentrierten sich in ihrer Auswertung auf den Einsatz von minimal­invasiven Verfahren bei Appendektomien, Lobektomien, Kolektomien und Hysterek­tomien. Für diese Verfahren seien die Ergebnisse im Vergleich zu den offenen Verfahren mindestens gleichwertig, zum Teil sogar besser, so die Aussage der Arbeitsgruppe.

Minimalinvasive Operationsverfahren kamen bei 71,0 Prozent der Appendektomien, 28,4 Prozent der Kolektomien, 32,0 Prozent der Lungenlobektomien und 13,0 Prozent der Hysterektomien zum Einsatz. Einige Krankenhäuser wendeten für keine dieser Opera­tionen minimalinvasive Verfahren an, während andere dies bei über 75 Prozent taten.

In städtischen, großen und Lehrkrankenhäusern waren minimalinvasive Verfahren laut den Forschern häufiger etabliert. Kleine und ländliche Krankenhäuser müssten oft ein breiteres Spektrum an Operationen anbieten und könnten seltener in der Lage sein, spezielle minimalinvasive Operationen durchzuführen, so die Vermutung der Wissen­schaftler.

Sie stellten zudem fest, dass die Rate der Komplikationen bei den minimalinvasiven Verfahren durchgehend geringer war. Für Kolektomien betrug sie beispielsweise 13,8 Prozent versus 35,8 Prozent. Auch für Lobektomien der Lunge, ein Verfahren bei dem laut der Arbeitsgruppe bisher nur wenige Daten zu den minimalinvasiven Verfahren existieren, konnten sie geringere Komplikationsraten nachweisen (17,1 Prozent versus 25,4 Prozent). Im risikoadjustierten Modell waren die Minimalverfahren durchgehend gleichwertig oder komplikationsärmer.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass durch eine weitere Verbreitung minimalinvasiver Verfahren die Komplikationsraten weiter gesenkt werden könnten. Durch vollständigere Patientenaufklärungen über minimalinvasive Operationsmöglichkeiten und eine vermehrte Ausbildung von Chirurgen, die minimalinvasive Methoden anwenden, sehen die Forscher mögliche Wege, das Verfahren häufiger zu etablieren. © hil/aerzteblatt.de

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