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Steigende OP-Zahlen: Unfallchirurgen fordern mehr Datentransparenz

Montag, 14. Juli 2014

Berlin – Ärzte und Wissenschaftler brauchen mehr Einsicht in die Krankenkassendaten zu Operationen in der Klinik. Das fordert die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). Hintergrund ist der in der vergangenen Woche erschienene Forschungsbericht zur Mengenentwicklung von Operationen. „Die Fallzahlen bei operativen Eingriffen steigen stetig. Der Bericht lässt jedoch aufgrund fehlender Daten, insbesondere bei der Trennung der sektoralen Vergütung, keine Schlussfolgerungen über unnötige Operationen oder Eingriffe aus wirtschaftlichen Gründen zu“, hieß es aus der DGOU. Es sei daher wichtig, die Informationshoheit der Krankenkassen über die sogenannten QRS-Daten (Qualitätssicherung mit Routinedaten) aufzuheben, um die Datenlage transparent und eine Evaluation operativer Eingriffe möglich zu machen.

Die Fachgesellschaft weist außerdem darauf hin, dass dem Bericht zufolge die Fallzahlen für endoprothetische Versorgungen an Hüfte und Knie zwischen 2007 und 2012 zurückgegangen sind. Eingriffe an der Wirbelsäule seien hingegen häufiger geworden. „Schon seit Jahren sehen die DGOU und die Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie diesen Anstieg sehr kritisch“, hieß es aus der Fachgesellschaft.

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Einen Grund dafür sieht die Fachgesellschaft in einer ungünstigen Vergütungsstruktur: „Wenn ein rückengeplagter Wirbelsäulenpatient bei einem niedergelassenen Ortho­päden und Unfallchirurgen versorgt wird, erhält dieser dafür 120 Euro für die gesamte Behandlung pro Jahr“, rechnet der Generalsekretär der DGOU, Fritz Uwe Niethard, vor.

Kliniken erhielten für das gleiche Leiden bei einer operativen Behandlung im Krankenhaus ein Vielfaches. „Der Niedergelassene kommt mit seinem Budget nicht aus. Damit ergibt sich ein einspuriges Gleis in Richtung operative Therapie“, so Niethard. © hil/aerzteblatt.de

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