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Ärzteschaft

Gassen: Pauschale Öffnung der Kliniken ist „untaugliches Mittel“

Dienstag, 15. Juli 2014

Andreas Gassen

Berlin – Die flächendeckende Öffnung von Krankenhäusern für die ambulante Versorgung taugt nicht zur Lösung der Versorgungsprobleme in ländlichen Regionen. Das hat Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesver­einigung (KBV), gestern in einem Videobeitrag betont. „Wir halten das für ein untaug­liches Mittel, um eventuellem Arztmangel zu begegnen“, sagte Gassen. „Ich glaube, so pauschale Vorschläge wie ,wir öffnen Krankenhäuser‘ sind nicht zielgerichtet.“

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) hatte am Wochenende im Interview mit der Neue Osnabrücker Zeitung gesagt: „In ländlichen, strukturschwachen Gebieten werden beispielsweise zunehmend Kliniken ambulante fachärztliche Versorgung sicherstellen. Und Praxiskliniken niedergelassener Ärzte können manchen Krankenhaus­aufenthalt entbehrlich machen. Die Versorgung einer älter werdenden Bevölkerung mit Mehrfacherkrankungen lässt sich nur über sektorenübergreifende Versorgungsansätze sichern.“

KBV-Vorstand Gassen hat in seiner Reaktion auf eine Analyse des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (ZI) hingewiesen. „Das ZI habe belegt, dass „in Regionen, wo wir eine schlechte Versorgung mit niedergelassenen Kollegen haben, es in den Krankenhäusern auch nicht viel besser“ aussieht. „Es gibt da wenige Krankenhausärzte. Insofern kann man hier nicht ein Loch mit dem anderen stopfen“, so Gassen.

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„Zum anderen muss man sagen, die Öffnung der Krankenhäuser ist natürlich auch ein mehr als fragwürdiges Signal in Richtung niedergelassene Ärzteschaft. Wenn ich auf der einen Seite möchte, dass sich mehr Kolleginnen und Kollegen in die Niederlassung begeben, um gerade auch in strukturschwachen Regionen ihre Praxen zu eröffnen, dann ist das Signal, dass sich die Krankenhäuser öffnen, in dem Fall kontraproduktiv.“

Gassen schlägt vor, genau zu analysieren, wo Versorgungsengpässe bestehen, und dann regional passende Lösungen zu suchen. Das könnten Filialpraxen sein oder Praxen, die man kooperativ mit mehreren Ärzten betreibe, möglicherweise in Räumen einer Kommune. „Und das mag im Einzelfall tatsächlich eine Kooperation von Niedergelassenen mit einem Krankenhaus sein, was an der Stelle vielleicht für die stationäre Versorgung nicht mehr gebraucht wird.“ © EB/Rie/aerzteblatt.de

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